
Missio: Amt des Religionsfreiheitsbeauftragten muss erhalten bleiben
Aachen ‐ Pläne der FDP sehen eine Auflösung des eigenständigen Entwicklungsministeriums vor. Der Vize-Vorsitzende von Missio Aachen warnt nun vor den Folgen einer solchen Entscheidung – auch für religiöse Belange.
Aktualisiert: 19.08.2024
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Eine Auflösung des Entwicklungsministeriums bedroht aus Sicht von Hilfswerken auch die internationale Zusammenarbeit für Religionsfreiheit. So drohe etwa auch das Amt des Bundesbeauftragten für weltweite Religionsfreiheit, das am Entwicklungsministerium angesiedelt ist, aufgelöst zu werden, warnte Missio Aachen am Montag. „Religion bestimmt umfassend den Alltag der Menschen im globalen Süden und hat immer auch eine politische Dimension“, erklärte der Vizepräsident des katholischen Hilfswerks, Gregor von Fürstenberg. Fragen der Religion und Religionsfreiheit seien für eine erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit grundlegend.
Von Fürstenberg würdigte zugleich die Arbeit der beiden bisherigen Amtsinhaber des 2018 neu geschaffenen Postens, Markus Grübel (CDU) und Frank Schwabe (SPD, Foto). Beide hätten durch ihre Arbeit „das Bewusstsein in Deutschland für Menschen, die weltweit wegen ihrer religiösen Zugehörigkeit diskriminiert, bedrängt oder gar verfolgt werden, wesentlich geschärft“ und dabei auch dem interreligiösen Dialog eine hohe Bedeutung beigemessen. Auch der jüngste Akzent, die Menschenrechte indigener Menschen im globalen Süden zu verteidigen, zeige Wirkung, so von Fürstenberg, dafür sorge auch der zweijährige Bericht zur Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit des Bundesbeauftragten.
In der vergangenen Woche waren Überlegungen der FDP öffentlich geworden. Sie sehen vor, das Entwicklungsministerium als eigenes Ressort aufzulösen und ins Außenministerium einzugliedern. Dadurch könne Entwicklungshilfe effizienter gestaltet werden, erklärte der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr, den Vorstoß. Das Papier sei jedoch kein Parteibeschluss, sondern diene als Argumentationshilfe.
Auch eine mögliche Übersiedlung des Themas Religionsfreiheit und des Bundesbeauftragten an das Auswärtige Amt sieht Missio Aachen kritisch. „Das Entwicklungsministerium hat dafür hervorragende Kompetenzen entwickelt. Diese drohen im Außenministerium verloren zu gehen“, betonte von Fürstenberg. „Für die kirchlichen Hilfswerke in Deutschland, die die Interessen der Menschen im globalen Süden vertreten, ist dieses Amt unverzichtbar geworden.“
KNA/weltkirche.de

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