Das Wort Schöpfungszeit. Im Hintergrund ein Fluss und Urwaldbäume.
Ökumenische Initiative

Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung: „Die Umwelt braucht uns“

Bonn ‐ „Die Umwelt braucht uns“ – mit klaren Worten ruft Weihbischof Rolf Lohmann zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September auf. Warum der Tag eine besondere Bedeutung hat – und was hinter dem Motto „Samen des Friedens und der Hoffnung“ steckt.

Erstellt: 31.08.2025
Aktualisiert: 29.08.2025
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Mit Gottesdiensten und Aktionen wird am 1. September weltweit der Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung begangen. Der Tag markiert zugleich den Beginn der sogenannten Schöpfungszeit, die bis zum 4. Oktober – dem Gedenktag des heiligen Franz von Assisi – dauert. In diesem Jahr steht der Gebetstag unter dem Leitwort „Samen des Friedens und der Hoffnung“.

„Die Umwelt braucht uns. Unsere Mitmenschen brauchen uns“, erklärte im Vorfeld Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), in der Deutschen Bischofskonferenz für Umwelt- und Klimafragen zuständig und Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen. Mit Blick auf das zehnjährige Jubiläum der Umweltenzyklika Laudato si’ und das gleichzeitig stattfindende Heilige Jahr betonte er, die Botschaft Papst Leo XIV. sei „von außerordentlicher Aktualität“.

„Samen des Friedens und der Hoffnung“

Papst Leo XIV. hatte in seiner Botschaft zum Gebetstag das biblische Bild des Samens aufgegriffen: „So unscheinbar ein Samen ist, kann er doch Großes erzeugen. Durch beharrliches Wachstum bringt er Frucht, mitunter dreißigfach, sechzigfach und hundertfach.“ Der Papst verwies zugleich auf die dramatische Situation vieler Menschen: „In einer Welt, in der die Schwächsten als Erste unter den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels, der Entwaldung und der Umweltverschmutzung leiden, wird die Bewahrung der Schöpfung zu einer Frage des Glaubens und der Menschlichkeit.“

Lohmann ordnete diese Worte in aktuelle Entwicklungen ein. So zeigte er sich enttäuscht, dass der Versuch, ein internationales Abkommen zur Begrenzung der weltweiten Plastikproduktion im August erneut gescheitert ist. „Dabei ist der Schaden von Plastik für die menschliche Gesundheit und die Natur bekannt und ein ambitioniertes Abkommen tut not“, so der Weihbischof. Gleichzeitig verwies er auf die Waldbrände in Europa, die in zunehmend ausgedörrten Regionen jedes Jahr neue Lebensräume von Mensch und Natur zerstörten.

Engagement in den Diözesen

Mit Blick auf die Kirche in Deutschland würdigte Lohmann das Engagement vieler Gläubiger: „In den (Erz-)Diözesen werben anlässlich des zehnjährigen Jubiläums von Laudato si’ zahlreiche Engagierte für Maßnahmen zur Bewahrung der Schöpfung.“ Diese Stimmen seien wichtig, da sie zeigten, „wie viel bereits umgesetzt wird und wie einfach Klima- und Umweltschutz teilweise sein kann“.

Als Hilfestellung veröffentlichte die Deutsche Bischofskonferenz in diesem Jahr eine Orientierungshilfe zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, die den Diözesen konkrete Instrumente an die Hand geben soll. Sie sei, so Lohmann, „ein kleiner Baustein auf dem langen, gesamtgesellschaftlichen Weg hin zur Klimaneutralität“.

Ein weiteres Signal sei das neue Messformular „Für die Bewahrung der Schöpfung“, das Papst Leo XIV. im Juli veröffentlichen ließ. Es verdeutliche, so Lohmann, den hohen Stellenwert, den die Schöpfung in der christlichen Lehre einnehme, und eröffne Gemeinden die Möglichkeit, im Gebet Kraft für den Einsatz für Umwelt und Mitmenschen zu schöpfen.

Ökumenische Wurzeln

Der Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung geht auf eine Initiative des Ökumenischen Patriarchen Dimitrios zurück, der 1989 erstmals dazu aufrief. Papst Franziskus griff die orthodoxe Tradition 2015 auf und führte den 1. September für die katholische Kirche als Gebetstag ein. In Deutschland wird er seit 2010 von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) als „Tag der Schöpfung“ begangen.

weltkirche.de

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