Vatikan bildet Kommissionen für Weltsynode 2021-2023

  • Synodaler Weg - 21.07.2021

Das Sekretariat für die Bischofssynode in Rom hat am Dienstag weitere Vorbereitungen für die im Herbst beginnende Weltsynode bekanntgegeben. So wurden zwei Kommissionen gebildet, deren Mitglieder sich um theologische und methodologische Fragen kümmern sollen. Eine zusätzliche Steuerungskommission koordiniert den weltweit angelegten synodalen Prozess. Der Steuerungskommission gehört unter anderem die Erfurter Kirchenrechtlerin Myriam Wijlens an. Die Bischofssynode ist in der katholischen Kirche eine Versammlung von Bischöfen, die als Beratungsorgan des Papstes zu bestimmten Themen dient.

Die Kommissionen sollen die im Oktober beginnende erste Phase der Weltsynode auf diözesaner Ebene ebenso begleiten wie die zweite, kontinentale Phase, die im Sommer 2022 starten soll. Die abschließende Synodenversammlung der Bischöfe tagt im Oktober 2023. Der auf zunächst gut zwei Jahre angelegte synodale Prozess soll weltweit das synodale Selbstverständnis der katholischen Kirche stärken und regional wie international wichtige Zukunftsthemen erarbeiten.

Weitere Mitglieder der Steuerungsgruppe sind der Synodenexperte der Italienischen Bischofskonferenz, Erzbischof Erio Castellucci von Modena und Carpi, der Mailänder Jesuit Giacomo Costa, der im Redaktionsteam der Amazonas-Synode saß, sowie Pierangelo Sequeri vom „Johannes-Paul-II-Institut für Ehe und Familie“ in Rom. Der sehr international besetzten theologischen Kommission gehört unter anderen der deutsche, in Paris lehrende Theologe Christoph Theobald an.

Die mit Frauen und Männern paritätisch besetzte Kommission für die Methodologie der Synode wird koordiniert von der französischen Theologin Nathalie Becquart, Untersekretärin des Synodensekretariats. Ihr obliegt es, „best-practice“-Beispiele zu sammeln, Arbeitshilfen und Unterstützung zu synodalen Initiativen vor Ort zu geben, aber auch neue Ideen zum methodischen Vorgehen bei der Bischofsversammlung im Oktober 2023 zu entwickeln.

Erst kürzlich hatte Papst Franziskus den Luxemburger Erzbischof, Kardinal Jean-Claude Hollerich, zum Hauptberichterstatter (Generalrelator) der Synode ernannt. Als solcher wird er vor allem bei der Synodenversammlung 2023 tätig, den Prozess bis dahin aber mit verfolgen.

Fahrplan der weltweiten Synode

  • 9./10. Oktober 2021: Im Vatikan eröffnet Papst Franziskus mit Reflexion, Gebet und Messe die Synode; sie trägt den Titel „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Partizipation und Mission“
  • 17. Oktober 2021: Eröffnung auf der Ebene der Bistümer, Orden, Gemeinschaften, theologischen Fakultäten und Kurienbehörden
  • bis März 2022: Synodale Beratungen auf regionaler Ebene unter Moderation des Bischofs anhand eines zentralen Fragebogens und Leitfadens
  • April 2022: Das Synodensekretariat wertet die diözesanen Ergebnisse und Erfahrungen aus und erstellt daraus ein erstes Arbeitsdokument („Instrumentum laboris“)
  • September 2022: Veröffentlichung des ersten Arbeitsdokuments
  • Oktober 2022 bis März 2023: Zweite Phase der synodalen Beratungen auf kontinentaler Ebene, koordiniert von Bischofskonferenzen
  • April 2023: Das Synodensekretariat wertet die kontinentalen Ergebnisse aus und erstellt daraus das zweite Arbeitsdokument („Instrumentum laboris“).
  • Juni 2023: Veröffentlichung des zweiten Arbeitsdokuments
  • Oktober 2023: 16. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode in Rom

Kardinal Czerny: Inhalte der Weltsynode besser kommunizieren

Kurienkardinal Michael Czerny hofft für die im Oktober beginnende Weltsynode auf eine bessere Kommunikation. Die Amazonas-Synode 2019, deren Sondersekretär Czerny war, sei mit Blick auf eine neue Synodalität „sehr ertragreich“ gewesen, sagte er kürzlich dem kirchlichen Kölner Internetportal domradio.de. Zugleich sei den Teilnehmern bewusst gewesen, „dass die Synode, die in den Medien dargestellt wurde, nicht viel mit dem zu tun hatte, was wir wirklich erlebt haben“, so der Jesuit, der am Sonntag 75 Jahre alt wird. „Deswegen haben viele Menschen ein negatives Bild bekommen, besonders in den Sozialen Medien.“

Daher müsse die Kirche vor der auf zwei Jahre angelegten Weltsynode „dazulernen“, wie deren Inhalte so über die Medien kommuniziert werden könnten, dass das „Gottesvolk“ gut informiert an dem kirchlichen Prozess teilnehmen könne, so der Kanadier mit tschechischen Wurzeln. Es gehe weniger darum, dass Medien etwas nicht verstehen, sondern „dass das ein kirchlicher Prozess ist, dessen Essenz wir nicht richtig kommunizieren können“, so der Geistliche. Synodalität bestehe in respektvollem Zuhören und darin, „sich vom Heiligen Geist den Weg weisen zu lassen“.

Es sei nicht einfach, das in den Medien zu vermitteln. „Deshalb müssen wir da eine Kommunikation erlernen, die harmonisch ist, die Verständnis hat für das, was in der Synodenaula – und auch in der intensiven Vorbereitung – besprochen wurde“, so der Kardinal.

Czerny, Migrationsexperte im Vatikan, ist seit 2017 Untersekretär des sogenannten Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen.

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