Aktion Schutzengel – 20 Jahre im Einsatz für die Menschenrechte

  • Hilfswerke - 04.06.2019

In diesen Wochen feiert die Aktion Schutzengel des katholischen Hilfswerks Missio 20. Geburtstag. Was mit dem Kampf gegen Sextourismus begann, ist heute eine weltweite Kampagne für die Menschenrechte. Ein Blick zurück.

Angefangen hat alles mit Flügeln aus Plastik, die auf den ersten Blick etwas albern wirkten. Aber – sie wirkten! Und zogen die Blicke der Touristen auf sich. Ab Juni 1999 machten Schülerinnen mit diesen Plastikflügeln in Düsseldorf und an vielen anderen Flughäfen darauf aufmerksam, dass pro Jahr etwa 40.000 deutsche Männer als Sextouristen unterwegs sind. Und wer wollte, konnte sich mit den Flügeln fotografieren lassen für eine Solidaritäts- und Spendenaktion zugunsten der Opfer.

So begann vor 20 Jahren die Aktion Schutzengel des katholischen Hilfswerks Missio. Und sorgte als erstes dafür, dass die Tipps für Sextouristen aus einem deutschen Reiseführer verbannt wurden.

Ressourcen - 24.10.2018

Missio Aachen und Missio München laden zum Recycling von Althandys ein. Handynutzer können ihre alten Geräte an zahlreichen Sammelstellen abgeben. Der Erlös kommt Projekten im Kongo zugute.


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Ein wichtiger Partner von Anfang an ist Pater Shay Cullen von den Philippinen. Der schon mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagene irische Ordensmann holt bis heute Kinder und Jugendliche aus Bordellen und Gefängnissen und leitet das Kinderschutzzentrum Preda, wo viele Opfer betreut und therapiert werden. „Die meisten können ihre Traumata überwinden und danach wieder ein weitgehend normales Leben führen“, berichtet Cullen.

Bis 2003 stand der Kampf gegen Kinderprostitution im Mittelpunkt, danach folgte das Thema „Kinder und Aids“, insbesondere der Einsatz der Kirche für infizierte Kinder und Aidswaisen in Südafrika. Eine von ihnen war Zanele, die unermüdlich mit öffentlichen Auftritten und ihrem Buch „Sie nennen mich Smiley“ anderen Infizierten Mut machte, das Thema aus der Tabuzone zu holen und über Schutz- und Hilfsmöglichkeiten zu informieren.

Weltkirche-Blog - 04.06.2019

Weltweite Scham und Hoffnung auf strengere Regeln.

 


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„Selten hat mich ein Mensch so beeindruckt wie diese strahlende junge Frau im Kampf gegen ihre Krankheit“, bekennt ZDF-Moderatorin Gundula Gause, Schirmherrin des Missio-Afrikatags und eine von vielen prominenten Unterstützerinnen der Aktion Schutzengel. Im Lauf der Jahre gehörten dazu neben vielen anderen die Tatort-Stars Christine Urspruch, Klaus Behrendt und Dietmar Bär, TV-Ikone Verona Pooth, die Musiker von PUR und Fury in the Slaughterhouse sowie zahlreiche Bischöfe, Minister und die Bundespräsidenten Johannes Rau, Horst Köhler und Joachim Gauck.

Seit 2012 nennt sich die Aktion offiziell „Schutzengel – für Familien in Not. Weltweit.“ Und neues Schwerpunktland ist der Kongo mit seinen zahlreichen Problemen. Im vielfach ausgezeichneten Missio-Truck etwa können Besucher fast hautnah spüren, was es heißt, vor Armut und Gewalt fliehen zu müssen.

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Bodenschätze sind von zentraler Bedeutung für das moderne Leben – und die Menschen verbrauchen mehr und mehr. Der Boom auf den globalen Rohstoffmärkten könnte besonders in rohstoffreichen Entwicklungsländern dafür genutzt werden, Hunger und Armut zu bekämpfen.


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Darüber hinaus zeigt Missio auf der einen Seite auf, wie seine Partner vor Ort den traumatisierten Frauen und Kindern helfen, die missbraucht, vergewaltigt und verstümmelt oder unter menschenunwürdigen Bedingungen in Erz- und Goldminen ausgebeutet werden.

Auf der anderen Seite macht das Hilfswerk klar, was das Leid der Menschen im Kongo mit unseren Handys zu tun hat. Denn darin verbaut sind Cobalt, Gold und andere Rohstoffe, die oft vor Ort unendlich viel Leid und Gewalt verursachen. „Handys spenden – Gutes tun“ heißt daher eine weitere Kampagne, für die schon mehr als 100.000 gebrauchte Handys gesammelt und recycelt wurden.

Viele Partner der Aktion Schutzengel wie Shay Cullen oder Therese Mema und Erzbischof Maroy aus dem Kongo wurden für ihr Engagement mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet – etwa mit dem Shalom-Friedenspreis oder dem Weimarer Menschenrechtspreis.

Auch das ein Ansporn, sich immer weiter zu engagieren, betont Klaus Krämer, Präsident von Missio Aachen – mindestens für die nächsten 20 Jahre: „Im Lauf der Zeit hat sich die Zielsetzung der Aktion thematisch verbreitert, geblieben ist aber das Konzept der nachhaltigen und verlässlichen Hilfe“.

Bestes Beispiel dafür ist Pater Shay Cullen: Der Pionier der ersten Stunde kommt jetzt wieder nach Deutschland zum Jubiläum und präsentiert das neueste Projekt seines Kinderschutzzentrums Preda: Fair gehandelte Mango-Fruchtgummis in der Form des Missio-Schutzengels. Kleinbauernfamilien profitieren von der Herstellung und Schulkinder vom Verkauf, erklärt der Ordensmann: „Vom Erlös der Ernte eines Mangobaums können zwei Kinder ein Jahr lang zur Schule gehen.“

Aktion Schutzengel: Weltweite Hilfe für Menschen in Not

Die von Missio 1999 ins Leben gerufene Aktion Schutzengel will weltweit Menschen in Not helfen. Den Anfang machte das Engagement gegen Sextourismus und Kinderprostitution. Der zweite Schwerpunkt der Aktion Schutzengel ist das Thema Aids und Kinder. HIV-infizierte Kinder und Aids-Waisen sind besonders schutzbedürftig. Im dritten Kampagnenschwerpunkt engagiert sich Missio für Familien im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Der illegale Abbau von Konfliktmineralien finanziert den blutigen Krieg der Rebellen. Sie vergewaltigen Frauen, töten Männer und nehmen Kindern jegliche Hoffnung auf ein normales Leben. Die Notsituation der Menschen im Kongo zeichnet sich durch allgegenwärtige Gewalt und Flucht aus.

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