Symbolbild Vietnam
Nach Zusammenstößen bei Spratly-Inseln

Vatikan-Außenminister ruft zu friedlicher Lösung der Konflikte im Südchinesischen Meer auf

Manila ‐ Das südchinesische Meer ist zu einem geopolitischen Brennpunkt geworden. China reklamiert große Teile für sich, doch auch andere Anrainerstaaten erheben Ansprüche. Der höchste Vatikan-Diplomat rief nun alle Seiten auf, sich an internationales Recht zu halten.

Erstellt: 10.07.2024
Aktualisiert: 11.07.2024
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Erzbischof Paul Richard Gallagher, der vatikanische Sekretär für die Beziehungen mit Staaten, hat bei seinem Besuch auf den Philippinen die beteiligten Nationen zu einer friedlichen Beilegung der Konflikte im Südchinesischen Meer aufgerufen. Das berichtet der katholische Informationsdienst Ucanews. Dem Bericht zufolge betonte der Erzbischof, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Außenminister Enrique Manalo, die Notwendigkeit, innerhalb des Völkerrechts zu Lösungen zu finden. 

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Der Heilige Stuhl ermutige die Konfliktparteien, sich an das Völkerrecht zu halten und in diesem Rahmen Schwierigkeiten und Probleme zum Wohle aller Beteiligten zu lösen, so Gallagher. Die Aussage kann als Kritik an Chinas Vorgehen verstanden werden, Ansprüche auf das rohstoffreiche und strategisch bedeutsame Gebiet der Spratly-Inseln zu erheben und gewaltsam durchzusetzen. Der Ständige Schiedsgerichtshof in Den Haag hatte im Jahr 2016 den Philippinen Rechte über Teile der weit vom chinesischen Festland entfernt liegende Inselgruppe zugesprochen. China ignoriert den Schiedsspruch bis lang bewusst, immer wieder kommt es im Norden der Spratly-Inseln zu Zusammenstößen zwischen chinesischen und philippinischen Fischer-, Küstenwache- und Marinebooten. Zuletzt hatte es aber wieder Gespräche gegeben.

Auch Vietnam, Taiwan und andere Anrainerstaaten des Südchinesischen Meers melden Ansprüche auf Teile oder gar die gesamte Inselgruppe an. Rund um einige der Spratly-Inseln werden bedeutende Öl- und Gasvorkommen vermutet. Zudem liegen sie unweit einiger der wichtigsten Schifffahrtsouten der Welt. Auch eine Reihe weitere Inseln und Riffe reklamiert China und jeweils mindestens ein weiteres Land der Region für sich.

weltkirche.de mit Information von Ucanews

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