Pax-Christi-Präsident kritisiert Kyrill I.: Gewalt legitimiert
Friedensethik

Pax-Christi-Präsident kritisiert Kyrill I.: Gewalt legitimiert

Köln/Mainz ‐ Der Präsident der katholischen Friedensbewegung Pax Christi und Mainzer Bischof Peter Kohlgraf kritisiert den Moskauer Patriarchen Kyrill I. für dessen religiöse Rechtfertigung des Krieges gegen die Ukraine.

Erstellt: 07.09.2022
Aktualisiert: 21.09.2022
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„Sein Agieren ist ein gutes Beispiel für das Gewaltpotenzial von Religion“, sagte Kohlgraf der „Kölnischen Rundschau“ (Mittwoch online). „Da sieht man, was passiert, wenn Religion herhält, um machtpolitische Positionen zu untermauern“, so Kohlgraf. Das sei auch aus der westeuropäischen Geschichte bekannt. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche hatte Gegner Russlands etwa als „Kräfte des Bösen“ bezeichnet.

Zur Haltung von Papst Franziskus zum Ukraine-Krieg sagte Kohlgraf, der Vatikan setze „seit 100 Jahren auf Diplomatie“, wolle Gesprächspartner für beide Seiten bleiben „und sich deshalb nicht zu eindeutig auf eine Seite stellen“. Kohlgraf sagte: „Wir können das richtig oder falsch finden, so sieht die Friedenspolitik des Vatikan aus, und ich glaube auch, dass die diplomatischen Kanäle heißlaufen.“

In der Sache habe der Papst deutlich gemacht, „was er von diesem Krieg hält, auch ohne Kyrill herauszustellen“. Sinnvoll wäre es, so Kohlgraf, wenn der Papst in beide Länder reise. „Um der angegriffenen Ukraine beizustehen und in Russland ein deutliches Signal zu setzen: Theologisch geht das so nicht.“

Von KNA