Jugendbischof Oster bei Indigenen in Panama

  • Weltjugendtag - 23.01.2019

Der Jugendbischof der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Stefan Oster, hat das Bemühen von Indigenen in Panama um ihre Kultur und Identität gewürdigt. Das sei beeindruckend, erklärte Oster am Mittwoch.

Zuvor war er auf dem Weltjugendtag in Panama mit einer Delegation aus Bischöfen und Jugendlichen mit Vertretern des Volkes der Kuna zusammengetroffen. Diese hatten von Diskriminierungen und Benachteiligungen im Job oder an der Universität berichtet. Solche Erfahrungen machten es schwierig, die eigene Kultur zu bewahren.

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Oster sagte, er freue sich, dass die deutschen Katholiken die Kuna über das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat bei der Bewahrung ihrer Kultur und Identität unterstützten. In der Siedlung Kuna Nega am Stadtrand von Panama-Stadt koordiniert den Angaben zufolge ein Pastoralteam diese von Adveniat finanzierte Arbeit. Angeleitet werde das Team von Pater Felix de Lama, der seit 1974 bei und mit den Kuna lebt. „Es geht uns darum, die Botschaft der Bibel und die Weisheiten der Babigale, des Heiligen Buchs der Kuna, miteinander zu verbinden.“

Es sei wichtig, „dass die jugendlichen Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland die Chance bekommen, die soziale Realität Panamas auch an den Rändern kennenzulernen“, sagte der Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). „Ich hatte zuvor noch nie Kontakt zu den Kuna“, so der Passauer Bischof Oster. „Aber ich habe gemerkt, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben, vor allem eint uns unser Glaube.“

Nach Angaben von Adveniat-Geschäftsführer Stephan Jentgens leben in Panama rund 100.000 Kuna, davon etwa 70.000 in der Hauptstadt. Neun von zehn Indigenen in Panama seien arm. Oftmals würden die Rechte der Kuna nicht geachtet – neben der Siedlung Kuna Nega sei die zentrale Mülldeponie von Panama-Stadt eingerichtet worden, ohne dass die Indigenen gefragt worden wären.

© KNA

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