Misereor-Fastenaktion in Köln eröffnet

  • Hilfswerke - 11.03.2019

Das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor hat am Sonntag seine diesjährige Fastenaktion in Köln eröffnet. Das Motto lautet: „Mach was draus: Sei Zukunft!“

Die bundesweite Aktion blickt auf die Lage junger Menschen in El Salvador. Kardinal Rainer Maria Woelki machte in seiner Predigt im Kölner Dom auf die politische und kriminelle Gewalt aufmerksam, die das mittelamerikanische Land seit Jahrzehnten zerreiße. Die Misereor-Projekte setzten sich ein „für eine Zukunft jenseits des Teufelskreises aus Gewalt und Gegengewalt, aus Armut und Flucht“.

Woelki wandte sich erneut gegen die von US-Präsident Donald Trump geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko. Er verwies darauf, dass die USA fast komplett von Einwanderern und deren Nachkommen aus allen Teilen der Welt besiedelt seien – „einschließlich der Familie Trump mit ihren deutschen und schottischen Wurzeln“. Flucht sei immer eine Verzweiflungstat, die auch mit dem Tod in einer Wüste, auf einem stürmischen Meer oder an einer schrecklichen Mauer enden könne.

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In der Fastenaktion 2019 stehen Jugendliche in El Salvador im Mittelpunkt. In dem mittelamerikanischen Land bilden Jugendliche die Mehrheit der Bevölkerung. Trotz ihrer Stärke und ihrem Tatendrang stehen sie im Abseits.


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Der Erzbischof betonte, dass Arbeitslosigkeit, Armut und Perspektivlosigkeit den Alltag in El Salvador prägen. Mit Drogen handelnde Jugendbanden beherrschten die Straßen und sorgten für Angst. Die Ungerechtigkeit zu bekämpfen oder die Täter beim Namen zu nennen, könne tödlich enden. Das bekannteste Beispiel sei der vor 39 Jahren ermordete Erzbischof von San Salvador, Oscar Romero. Dessen Schicksal könnte eine Geschichte aus dem El Salvador von heute sein, so Woelki.

Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel ermutigte dazu, sich auf Grundlage des christlichen Glaubens aktiv für eine bessere Zukunft einzusetzen: „Die Beispiele aus El Salvador zeigen mir: Es gibt Wege für Veränderung, im eigenen Leben, in unserer Welt. Die Botschaft der Bibel ermutigt uns, die Gegenwart mit zu gestalten. Mitzubauen an einer solidarischen, gerechten und offenen Gesellschaft.“

Chor und Orchester Erzbischöflicher Schulen haben an dem Eröffnungsgottesdienst zur Misereor-Fastenaktion im Kölner Dom mitgewirkt.

Erzbistum Köln

Seit 1959 gestaltet Misereor in der katholischen Kirche in Deutschland die Fastenzeit und bittet die Bevölkerung mit der bundesweiten Fastenaktion jedes Jahr um Solidarität und Unterstützung für Benachteiligte in Asien und Ozeanien, Afrika und dem Nahen Osten, Lateinamerika und der Karibik. Jedes Jahr stehen ein anderes Thema und ein anderes Land im Fokus. Seit seiner Gründung im Jahr 1958 hat Misereor den Angaben zufolge fast 109.000 Projekte mit rund 7,5 Milliarden Euro gefördert. Zurzeit fördere das Werk mehr als 2.900 laufende Projekte in 89 Ländern.

Auch die evangelische Kirche in Deutschland eröffnete am Sonntag ihre Fastenaktion „7 Wochen Ohne“. Ihr Leitwort heißt: „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“. Der zentrale Eröffnungsgottesdienst fand im hessischen Oestrich-Winkel mit der Kuratoriumsvorsitzenden der Aktion, der Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, statt.

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