Mehr als 100 Tote nach tagelangen Regenfällen in Mosambik
Maputo ‐ Afrikas Südosten erlebt so schwere Überschwemmungen wie seit Jahren nicht mehr. Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen; viele werden vermisst. Doch die Wassermassen bringen noch eine weitere Gefahr.
Aktualisiert: 21.01.2026
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Bei heftigen Regenfällen in Mosambik sind bisher mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 230.000 Personen wurden durch die Wassermassen vertrieben, teilte die Hilfsorganisation Save the Children am Wochenende auf X mit. Auch wurden 27.000 Häuser in dem südostafrikanischen Staat überflutet. Überwiegend betroffen sind die Provinzen im Süden und im Zentrum des Landes.
Nach Informationen des nationalen Instituts für Disaster-Management retteten sich die Menschen zum Teil auf Bäume und Dächer. Straßen stünden unter Wasser, Brücken seien unterspült und Hütten zerstört worden. Zahlreiche Menschen würden vermisst; darunter ein südafrikanischer Kommunalpolitiker, dessen Fahrzeug in der Chókwè-Region im Süden von den Wassermassen erfasst und weggespült wurde. Ein Video in Sozialen Medien zeigt, wie ein Hubschrauber eine Familie vom Dach ihres im Wasser stehenden Autos rettet.
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen sprach von der schlimmsten Flutkatastrophe seit Jahren. Angesichts zerstörter Felder und erheblicher Schäden an der Infrastruktur könne es zu Ernährungsengpässen kommen.
Eine zusätzliche Gefahr geht von Reptilien aus. Eine Behördenvertreterin in Chibuto im Süden Mosambiks sprach von zwei Todesopfern durch Krokodil-Attacken. Drei weitere Menschen seien bei dem Vorfall im Ort Chaimite verletzt worden. Die Reptilien würden durch die Wassermassen in bewohnte Gebiete vordringen.
Der am Indischen Ozean gelegene Staat wird zu Jahresbeginn regelmäßig von Zyklonen heimgesucht, die oft schwere Verwüstungen anrichten. Er gilt als extrem betroffen von Extremwetter: Laut einem Weltbank-Bericht wurde das Land im Zeitraum zwischen 1980 und 2022 von 28 Zyklonen, 20 schweren Überschwemmungen und 15 Dürreperioden geplagt.
Von schweren Regenfällen betroffen ist auch der an Mosambik grenzende südafrikanische Krüger-Nationalpark, der zunächst bis Montag zumindest teilweise für Besucher gesperrt ist. Luftbilder und Videos der Parkbehörde zeigen Camps und Lodges, die bis zum Dach unter Wasser stehen. Derzeit stehe nur der südliche Teil des größten Naturschutzgebiets in Südafrika den Besuchern noch offen. Kurzfristige Schließungen sind nach Angaben der Parkverwaltung aber möglich.
KNA
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