Zentralafrik. Republik. Collage: weltkirche.de/Karte erstellt mit OSM-Daten. Unter CC by SA 3.0 nutz- & Modifizierbar.
Vorwurf: Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Prozess gegen mutmaßlichen Kriegsverbrecher Said vor Abschluss

Den Haag  ‐ Es ist das erste Verfahren gegen einen Kommandeur der Seleka-Miliz vor dem Internationalen Strafgerichtshof. Dem Befehlshaber werden schwere Vergehen im Bürgerkrieg der Zentralafrikanischen Republik vorgeworfen.

Erstellt: 29.11.2025
Aktualisiert: 28.11.2025
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Der Kriegsverbrecherprozess gegen den früheren Milizenführer Mahamat Said Abdel Kani vor dem Internationalen Strafgerichtshof steht vor dem Abschluss. Anklage und Verteidigung hielten ihre Schlussplädoyers, wie das Gericht in Den Haag am Mittwoch mitteilte.

Dem 55-jährigen Said werden zahlreiche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bürgerkriegs in der Zentralafrikanischen Republik und in Zusammenhang mit dem Sturz von Präsident Francois Bozizé vorgeworfen. Wann die VI. Kammer des Strafgerichtshofs ihr Urteil spricht, ist noch nicht bekannt.

Said ist der erste Kommandeur der überwiegend muslimischen Seleka-Miliz, der sich vor Gericht verantworten muss. Chefankläger Mame Mandiaye Niang vertrat in seiner Abschlusserklärung die Auffassung, Said habe Folter, Misshandlung, Verfolgung und Verschleppung zu verantworten und sich daran persönlich beteiligt. Seine Opfer seien hauptsächlich Christen gewesen.

Am Verfahren hatten 32 Opfer teilgenommen und ihre Erfahrungen dargelegt. Im Lauf von 130 Verhandlungstagen hörte die Kammer 58 Zeugen der Anklage und drei von der Verteidigung aufgebotene Zeugen. Der Prozess hatte am 26. September 2022 begonnen.

KNA

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