Justitia et Pax-Kommissionen: Organisierte Kriminalität wachsendes Problem
Staaten und Gesellschaften vor enormen Aufgaben

Justitia et Pax-Kommissionen: Organisierte Kriminalität wachsendes Problem

Berlin ‐ Aus Anlass des Gedenktages für die unschuldigen Opfer der Mafia haben zahlreiche Justitia et Pax-Kommissionen europäischer Länder eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Sie fordern, die organisierte Kriminalität einzudämmen.

Erstellt: 01.04.2025
Aktualisiert: 02.04.2025
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Im Gedenken an die unschuldigen Opfer der Mafia haben die Justitia et Pax-Kommissionen aus Albanien, Belgien/Flandern, Belgien/Frankophon, Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien und der Ukraine die gemeinsame Erklärung „Europe facing the challenges of organized crime“ veröffentlicht. Darin formulieren sie Ideen, wie das Vorgehen gegen die organisierte Kriminalität verbessert werden kann.

„Die organisierte Kriminalität ist ein wachsendes sicherheitspolitisches Problem in Europa. Die vielfältigen Methoden der organisierten Kriminalität sowie das weitreichende Bedrohungs- und Zerstörungspotenzial ihrer Aktivitäten sind nicht nur kriminologische Herausforderungen, sondern stellen auch die europäischen Gesellschaften und Staaten vor enorme Aufgaben“, heißt es in der Erklärung. Die Kommissionen fordern daher, die Eindämmung und Bekämpfung der organisierten Kriminalität als gesamtgesellschaftliche und gesamtpolitische Herausforderung zu begreifen. So bedürfe es eines mehrdimensionalen Ansatzes, um die organisierte Kriminalität effektiv eindämmen und bekämpfen zu können.

Darum legten die teilnehmenden Kommissionen 14 Forderungen vor. Diese richten sie sich nicht nur an Regierungen und Behörden, sondern auch an die Kirche selbst. Die kann nach Ansicht der Autorinnen und Autoren in verschiedenen Bereichen ebenfalls anfällig für die Aktivitäten der organisierten Kriminalität sein. Bei der Umsetzung seien Politik, Strafverfolgungsbehörden, Zivilgesellschaft und Kirchen daher gefordert, gemeinsam zu handeln.

Erzbischof Bentz: Gefahr darf nicht aus dem Blick geraten

Dabei drängen sie darauf, die Betroffenen besonders in den Blick zu nehmen. Der Kampf gegen die organisierte Kriminalität müsse gemeinsam mit deren Opfern geführt werden, heißt es. Dazu gehörten beispielsweise Migranten und andere Personen, die Opfer von Menschenhandel oder zur Beteiligung an illegalen Aktivitäten gezwungen worden seien. Diese könnten wertvolle Insider-Informationen über kriminelle Organisationen liefern.

Schließlich richten die Justitia et Pax-Kommissionen den Blick auch auf die Kirchen selbst und ihre Organisationen. Diese sollten intern Vorsichtsmaßnahmen gegen kriminellen Einfluss treffen und Personen, Initiativen und Organisationen unterstützen, die sich gegen kriminelle Organisationen engagierten. Gegen Kirchenmitglieder, die einer solchen Organisation anhängen, werden scharfe Sanktionen empfohlen. „Bischöfe und Priester sollten öffentlich die Unvereinbarkeit organisierter Kriminalität mit christlichen Werten betonen und Exkommunikation als moralisches und geistliches Instrument nutzen, um die Ablehnung der Kirche gegenüber kriminellen Organisationen zu unterstreichen“, heißt es.

Auch für den Vorsitzenden der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Erzbischof Dr. Udo Bentz (Paderborn), bleibt der Kampf gegen kriminelle Strukturen wichtig. „Organisierte Kriminalität bleibt eine Gefahr, die nicht aus dem Blick geraten darf. Sie ist ein sicherheitspolitisches Problem, gerade auch angesichts der derzeitigen globalen Herausforderungen.“ Organisierte Kriminalität einzudämmen sei eine gesamtpolitische, internationale Aufgabe, hob er hervor.

Veröffentlicht worden war die Erklärung bereits am 21. März 2025. Am Tag des Frühlingsanfangs auf der Nordhalbkugel wird in Italien und einigen anderen Ländern jährlich der Gedenktag für die Opfer der Mafia begangen.

Komplette Erklärung lesen

Die vollständige (englischsprachige) Erklärung „Europe facing the challenges of organized crime“ finden Sie auf der Internetseite der Kommission.

weltkirche.de

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