Zunehmendes Problem

Justitia et Pax: Herausforderungen durch organisierte Kriminalität ernst nehmen

Berlin/Köln ‐ Die Deutsche Kommission Justitia et Pax fordert einen gesellschaftlichen Diskurs zu umfassenden politischen Ansätzen zur Bekämpfung und Verhinderung organisierter Kriminalität.

Erstellt: 28.02.2023
Aktualisiert: 16.03.2023
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Bei ihrer Frühjahrssitzung am 24. und 25. Februar 2023 hat sich die Deutsche Kommission mit den Herausforderungen durch die organisierte Kriminalität auseinandergesetzt. Die verschiedenen Formen organisierter Kriminalität stellten ein zunehmendes (sicherheits-)politisches Problem dar, das Sicherheit und den inneren Zusammenhalt von Staaten und Gesellschaften bedrohten und zu schwerwiegenden Gefahren für alle Menschen werden könnten, heißt es in einer Pressemitteilung des Gremiums. 

Zu den internationalen Herausforderungen durch die organisierte Kriminalität sprach Frau Dr. Judith Vorrath von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Politische Perspektiven zum Kampf gegen organisierte Kriminalität in Deutschland zeigte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul auf. Er machte deutlich, dass die konkrete Benennung der Probleme eine Voraussetzung für deren Lösung ist.

Der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ, resümierte: „In Deutschland wurde das Problem der organisierten Kriminalität lange unterschätzt. Angesichts der immensen Schäden durch organisierte Kriminalität ist es wichtig, dass die Regierung gemeinsam mit den internationalen Partnern umfassende Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene ergreift, um organisierte Kriminalität wirksam bekämpfen zu können und präventiv tätig zu werden. Dabei wäre es zu kurz gedacht, dieses Problem allein den Strafverfolgungsbehörden zu überlassen – vielmehr ist ein umfassender politischer Ansatz von Nöten. Im Falle Deutschlands ist ein besonderes Augenmerk auf das Problem der Geldwäsche zu legen.“

Die Kommission möchte noch in diesem Jahr mit einem eigenen Diskussionspapier das Gespräch mit den politischen Verantwortlichen suchen. Außerdem veranstaltet sie vom 3. bis 7. Juli 2023 in Berlin eine internationale Konferenz zu kirchlichen Erfahrungen angesichts von organisierter Kriminalität. Kirchliche Vertreterinnen und Vertreter u. a. aus Kolumbien, Mexiko, El Salvador, Italien und Albanien sollen zusammenkommen, um sich über Möglichkeiten und Erfordernisse des (kirchlichen) Engagements gegen organisierte Kriminalität auszutauschen.

Die Deutsche Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden) wurde 1967 gegründet und versteht sich als Forum der katholischen Einrichtungen und Organisationen, die im Bereich der internationalen Verantwortung der Kirche in Deutschland tätig sind. Justitia et Pax ist deren gemeinsame Stimme in Gesellschaft und Politik und damit Akteurin des politischen Dialogs. Die Kommission erarbeitet kirchliche Beiträge zur Entwicklungs-, Friedens- und Menschenrechtspolitik Deutschlands und entwickelt Konzepte für die internationale Arbeit der katholischen Kirche.

weltkirche.de/Justita et Pax

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