Kardinal Pedro Rubiano Saenz in Kolumbien gestorben
Versöhnungs-Pionier und Flucht-Experte

Kardinal Pedro Rubiano Saenz in Kolumbien gestorben

Bogota  ‐ In dem südamerikanischen Land gründete der ehemalige Erzbischof von Bogota auch eine Kommission für nationale Versöhnung – die helfen sollte, Kolumbien aus der Zeit des bewaffneten Konfliktes zu führen.

Erstellt: 16.04.2024
Aktualisiert: 16.04.2024
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Der kolumbianische Kardinal Pedro Rubiano Saenz ist tot. Er verstarb im Alter von 91 Jahren, wie das Erzbistum Bogota am Montag (Ortszeit) mitteilte. Rubiano Saenz galt als einer der einflussreichsten Kirchenvertreter in Südamerika, dreimal war er Vorsitzender der Kolumbianischen Bischofskonferenz. Von 1994 bis 2010 fungierte er als Erzbischof von Bogotá, einer der größten Städte Lateinamerikas. Über die Grenzen Kolumbiens wurde er unter anderem als Vizepräsident der Internationalen Katholischen Kommission für Migration und Flüchtlinge in Genf bekannt.

In Kolumbien gründete Rubiano Saenz im August 1995 die Kommission für nationale Versöhnung (CCN) mit dem Ziel, dem Land ein sozial und politisch vielfältiges Gremium zur Verfügung zu stellen. Es sollte dazu beitragen, politische Lösungen für den bewaffneten Konflikt in Kolumbien zu finden, die Friedensbemühungen zu begleiten und Szenarien für die Begegnung mit verschiedenen Akteuren zu schaffen.

Innenpolitisch sorgte Rubiano Saenz für Schlagzeilen, als er den ehemaligen Präsidenten Ernesto Samper (1994-1998) wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen der Drogenmafia öffentlich kritisierte. Die von Rubiano Saenz geführte Bischofskonferenz schlug damals vor, dass Samper sein Amt ruhen lasse, während Vorwürfe der illegalen Wahlkampffinanzierung untersucht werden sollten. Samper blieb allerdings im Amt.

KNA

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