Oppositionsführer Hichilema gewinnt Präsidentenwahl in Sambia

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  • Lusaka - 17.08.2021

In Sambia hat der langjährige Oppositionsführer Hakainde Hichilema einen historischen Sieg errungen. Der 59-Jährige konnte sich laut staatlicher Wahlbehörde mit 2,8 Millionen Stimmen gegen Amtsinhaber Edgar Lungu (1,8 Millionen) durchsetzen. Der Präsident hatte die Wahl am Wochenende für „nicht frei und fair“ erklärt, nachdem es vor dem Urnengang zu Unruhen gekommen war. 

Sambia gilt als eine der stabilsten Demokratien Afrikas. Vor der Wahl am Donnerstag gab es jedoch schwere Gewalt; mehrere Unterstützer rivalisierender Parteien starben bei Zusammenstößen. Sorge herrschte zuletzt auch über den zusehends autoritären Führungsstil, mit dem Lungu das südafrikanische Land regierte und gegen Journalisten, Aktivisten und Opposition vorging. Amnesty International sprach von „schamlosen Angriffen auf jede Art von Widerspruch“. Wirtschaftlich erlebte Sambia in den vergangenen fünf Jahren ebenfalls einen Einbruch.

In der Nacht zum Montag feierten Hichilemas Unterstützer in den Straßen der Hauptstadt Lusaka den Sieg der Opposition. Auch in der Region sorgt der bevorstehende Machtwechsel für Euphorie. „Dieser Sieg gibt uns Hoffnung, dass sich das südliche Afrika auf einem neuen Weg von Demokratie, Freiheit, Toleranz und guter Regierungsführung befindet“, schrieb der simbabwische Oppositionspolitiker David Coltart auf Facebook.

Hichilema ist Unternehmer und einer der reichsten Sambier. Er war bereits fünf Mal zuvor erfolglos bei Präsidentenwahlen angetreten. 2017 wurde er mit dem „Africa Freedom Award“ der Friedrich-Naumann-Stiftung ausgezeichnet.

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