Venro fordert von G7 globale Steuergerechtigkeit

  • Transparenz - 23.08.2019

Die G7-Staaten sollten nach Ansicht des entwicklungspolitischen Dachverbandes Venro den Entwicklungsländern mehr Rechte zur Besteuerung von internationalen Unternehmen einräumen.

„Zahlreiche Entwicklungsländer stecken in einer tiefen Schuldenkrise und vielerorts fehlt das Geld für dringende Investitionen in Bildung und Gesundheit“, hießt es in einem am Freitag in Berlin veröffentlichten Appell des Verbandes zum Treffen der großen Industriestaaten im französischen Biarritz.

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Seit Jahren wird in der Gesellschaft der Ruf nach Transparenz lauter. Das zeigt sich nicht zuletzt in der Debatte um die Haushalte deutscher Bistümer. Ebenso wichtig sind Transparenz, Rechenschaft und Vertrauen auch in der weltkirchlichen Projekt- und Partnerschaftsarbeit. Denn Korruption droht überall.


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Unternehmen müssten dort besteuert werden können, wo sie ihre Gewinne erwirtschaften, mahnte Venro-Vorstand Bernd Bornhorst. „Die notwendigen Reformen dafür sind auf Augenhöhe mit den Entwicklungsländern auszuhandeln.“ Die französische Präsidentschaft habe aus gutem Grund die Bekämpfung von Ungleichheit zum Kernthema des diesjährigen Gipfeltreffens gemacht. Die soziale und wirtschaftliche Ungleichheit wachse innerhalb der Staaten bedrohlich an.

„Der effektivste Hebel, um Armut und Ungleichheit zu reduzieren, ist eine global gerechte Steuerpolitik“, so Bornhorst. „Steuerdumping trifft die ärmsten Menschen am härtesten und am Ende verlieren alle.“ Von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwarte er, dass sie beim G7-Treffen die Forderung nach einer globalen Mindeststeuer für Unternehmen offensiv vertrete.

© KNA