Will Brasilien „Amazonas-Fonds“ umwidmen?

  • Amazonas-Synode - 27.05.2019

Brasiliens Regierung prüft offenbar, den eigentlich zum Schutz des Amazonaswaldes ins Leben gerufenen „Amazonas-Fonds“ zur Zahlung von Entschädigungen an Großgrundbesitzer zu nutzen. Das berichteten Medien am Sonntag. Der Fonds wird maßgeblich von Deutschland und Norwegen finanziert.

Am Montag will die Regierung den Angaben zufolge die Botschafter beider Länder über den Vorstoß unterrichten. Umweltschützer kritisieren, dass Entschädigungen für illegal besetztes Land nicht aus dem Fonds bezahlt werden dürfen.

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Die Sondersynode findet vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan statt. Sie steht unter dem Thema: „Amazonien: neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“. Das Bischofstreffen will Umweltschäden im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen in den Blick nehmen.


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Mit den Geldern will die Regierung Landwirte entschädigen, die ihre Landgüter in Naturschutzgebieten aufgeben müssen. Die Regierung arbeitet laut Medienberichten an einem entsprechenden Dekret. Allerdings darf laut den Regeln des Fonds kein Geld für Entschädigungen sowie die Regulierung von Besitztiteln verwendet werden. Dafür stehe der Regierung ein speziell eingerichteter brasilianischer Fonds mit umgerechnet rund 250 Millionen US-Dollar zur Verfügung, betonte Raul Valle vom brasilianischen Büro der Umweltschutzorganisation WWF gegenüber dem Portal „G1“.

„Die Regierung hat noch keine Strategie vorgelegt, um die Abholzung zu bekämpfen“, beklagte Valle. Valle fürchtet, dass unter dem Strich Landwirte finanziell belohnt werden, die wissentlich Schutzgebiete missachtet und dort ihre Farmen angelegt haben.

Seit 2009 hat Norwegen rund 1,2 Milliarden US-Dollar in den Fund eingezahlt, Deutschland über 68 Millionen US-Dollar. Damit sollen Projekte zum Schutz des von Abholzung bedrohten Waldes finanziert werden. Der Fonds wird von einer brasilianischen Staatsbank verwaltet.

© KNA