Weltweit hungern 113 Millionen Menschen

  • Hunger und Armut - 03.04.2019

Rund um den Globus haben im vergangenen Jahr rund 113 Millionen Menschen in 53 Ländern unter akuter Ernährungsunsicherheit gelitten. Das bedeutet im Vergleich zu 2017 einen Rückgang um elf Millionen Betroffene, wie die EU, die Welternährungsorganisation FAO und das Welternährungsprogramm WFP am Dienstag in Brüssel bei der Vorstellung des „Global Report on Food Crises 2019“ mitteilten.

Ungeachtet des rückläufigen Trends habe sich die Zahl der Länder mit gravierenden Engpässen bei der Nahrungsmittelversorgung erhöht. Außerdem seien zusätzliche 143 Millionen Menschen in weiteren 42 Staaten massiv von Hunger bedroht. In 13 Ländern wie Nordkorea oder Venezuela fehle es an verlässlichen Daten.

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Die Organisation Oxfam forderte einen Kurswechsel. „Förderprogramme und Politik vernachlässigen ausgerechnet die Menschen, die am stärksten von Nahrungsmittelkrisen betroffen und chronisch unterernährt sind: Kleinbauern in armen Ländern“, erklärte Oxfam-Agrarexpertin Marita Wiggerthale. Um Nahrungsmittelkrisen zu verhindern, sei es nötig, die politischen Ursachen zu bekämpfen sowie eine soziale und ökologische Neuausrichtung der Landwirtschaft voranzutreiben.

Etwa zwei Drittel der Betroffenen lebten laut der Studie in nur acht Ländern: Afghanistan, Kongo, Äthiopien, Nigeria, Südsudan, Sudan, Syrien und Jemen. Neben Konflikten und Kriegen seien Klimawandel und Naturkatastrophen ein wichtiger Treiber für den Hunger.

Die Zahl der Hungernden sei allen Anstrengungen zum Trotz immer noch viel zu hoch, hieß es. Um Ernährungsunsicherheit auf der Welt zu beenden, müsse man die Ursachen für Hunger entschiedener bekämpfen.

© KNA