Justitia et Pax kritisiert Verarmung in Teilen der EU

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  • Weltkirche - 06.03.2019

Mit Blick auf die Europawahl Ende Mai hat Justitia et Pax Europa einen Appell an das künftige Parlament veröffentlicht. So müsse mehr Augenmerk auf soziale Gerechtigkeit gelegt werden, heißt es in den am Mittwoch vorgestellten Vorschlägen.

„Die Entvölkerung großer Teile der Europäischen Union und die Verarmung derjenigen, die zurückbleiben, sind negative Nebenwirkungen des Binnenmarktes, die nicht toleriert werden dürfen.“ Nötig sei die Gestaltung einer „neuen und umfassenden europäischen Regionalentwicklungspolitik“.

Justitia et Pax Europa lenkte das Augenmerk darüber hinaus auf ein „unannehmbar hohes Maß an Nahrungsmittelverschwendung“. In der EU werde die Menge der Lebensmittelabfälle auf 88 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt, heißt es. Das nächste Europäische Parlament solle daher eine „verbindliche Zielvorgabe“ einführen, um solche Abfälle auf EU-Ebene zu reduzieren. Dafür brauche es eine einheitliche und abgestimmte Methodik zur Messung von Lebensmittelabfällen.

Friedensarbeit - 26.02.2019

Friedensaktivisten haben vor dem Reichstag in Berlin Abrüstung und einen Stopp deutscher Rüstungsexporte gefordert. „Wer den Export von Kriegswaffen genehmigt, trägt Mitverantwortung für die Kriege, die damit geführt werden“, erklärten die Aktivisten der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“.


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Die Gruppe mahnte zudem mehr Bemühungen für den globalen Frieden an. „In den letzten Jahren wurden im europäischen Binnenmarkt hergestellte Waffen in vielen Kriegen und bewaffneten Konflikten eingesetzt. Die EU ist der zweitgrößte Waffenexporteur der Welt“, so Justitia et Pax Europa. Die EU habe 1998 einen Verhaltenskodex für Waffenausfuhren aufgestellt – allerdings sei häufig gegen diese Regeln verstoßen worden. Die künftigen Abgeordneten müssten „den gemeinsamen Standpunkt der EU zu Waffenexporten uneingeschränkt unterstützen und aktiv ein wirksames Sanktionssystem fördern“.

Für die Achtung von Menschenrechten müssten sich multinationale Unternehmen in der EU stärker einsetzen, heißt es darüber hinaus. Justitia et Pax Europa „ersucht das nächste Europäische Parlament, weiterhin ein aktives Engagement der Europäischen Union mit den Vereinten Nationen für die Ausarbeitung eines internationalen rechtsverbindlichen Instruments zur Regelung der Aktivitäten multinationaler Unternehmen im Hinblick auf die Achtung der Menschenrechte zu fördern.“

Justitia et Pax Europa ist den Angaben zufolge ein Zusammenschluss von mehr als dreißig nationalen Kommissionen für Justitia et Pax, die in Verbindung zu ihren jeweiligen Bischofskonferenzen stehen.

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