Missio-Partnerin aus Papua erhält Menschenrechtspreis

  • Menschenrechte - 11.12.2018

Die Schweizer Ordensschwester Lorena Jenal (68) hat am Montagabend für ihr Engagement gegen Hexenverfolgung in Papua-Neuguinea den Weimarer Menschenrechtspreis 2018 erhalten.

„Niemand hätte sich vor 40, ja sogar vor 15 Jahren vorstellen können, dass ein Hexenwahn mit den grausamen Auswirkungen, wie wir sie heute erleben, möglich wäre“, sagte Jenal bei der Verleihung am Welttag der Menschenrechte im Festsaal des Weimarer Fürstenhauses. Die Auszeichnung solle „Anlass und Ermutigung sein, dass Recht und Gerechtigkeit weltweit für alle Menschen wahr werden. Lassen Sie uns deshalb im Kampf für die Würde aller Menschen nicht nachlassen.“

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Die den Baldegger Schwestern angehörende katholische Ordensfrau erhält den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Stadt Weimar auf Vorschlag des Internationalen Katholischen Missionswerkes Missio. Dessen Präsident, Klaus Krämer, würdigte Jenal als „einfühlsame Seelsorgerin „ und „mutige Kämpferin“, die bei ihren Hilfsaktionen immer wieder auch ihr Leben riskiere.

Zugleich verwies er darauf, dass es sich bei dem Phänomen der Hexenverfolgung um eine „historisch neue Welle“ handele, die laut einem UN-Bericht derzeit in 29 Ländern zu beobachten sei. Derartige Gewaltverbrechen an Frauen, aber auch an Männern und Kindern, ereigneten sich in gleicher Weise in christlich, muslimisch, buddhistisch und hinduistisch geprägten Regionen.

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Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) hob hervor, dass Schwester Lorena sich „auch nicht scheut, mit den Peinigern in Kontakt zu kommen und gegen das Nichtstun staatlicher Behörden vorzugehen“. Ihr Engagement in Papua-Neuguinea sei Vorbild für viele Initiativen und Projekte in anderen Ländern der Welt, in denen Menschen wegen Hexenverfolgung gefährdet seien.

Der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar wird seit 1995 jährlich an Personen oder Organisationen vergeben, die sich beispielhaft für die Ächtung von Völkermorden, die Abschaffung der Todesstrafe, für die Rechte von Kriegs- und Gewaltopfern oder für die Minimierung von Waffen- und Rüstungsexporten einsetzen.

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