Starkes Erdbeben erschüttert Asiens Südosten
Myanmar besonders betroffen

Starkes Erdbeben erschüttert Asiens Südosten

Yangon  ‐ Eingestürzte Gebäude und Menschen, die in den Ruinen nach Hab und Gut suchen. In Südostasien ist erneut ein schweres Erdbeben gemessen worden. Hauptsächlich betroffen ist Myanmar.

Erstellt: 28.03.2025
Aktualisiert: 28.03.2025
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Ein starkes Erdbeben hat am frühen Freitagnachmittag (Ortszeit) Teile Südostasiens erschüttert. Betroffen ist die Großstadt Mandalay in Myanmar, berichteten lokale Medien.

Demnach gab die US-amerikanische Erdbebenwarte die Stärke des Bebens mit 7,7 an. Das Epizentrum habe nur 17 Kilometer westlich von Mandalay in einer relativ geringen Tiefe von 10 Kilometern gelegen. Ersten Berichten zufolge sollen in Mandalay und der Region zahlreiche Gebäude eingestürzt sein. Das Beben war auch in den Nachbarländern Indien, Thailand, Laos und China zu spüren.

Myanmar liegt in einer seismologisch aktiven Zone. Das Land ist zwischen vier tektonischen Platten eingeklemmt – der Indischen, Eurasischen, Sunda- und Burma-Platte, die aufgrund aktiver geologischer Prozesse interagieren.

Mindestens 20 Tote

Örtliche Medien gaben die Zahl der Todesopfer derweil mit mindestens 20 an. In der Stadt Taung-Ngu starben in den Trümmern eines Gebäudes 14 Personen. Fünf Menschen kamen offenbar beim Einsturz des Towers am Flughafen der Hauptstadt Naypyidaw ums Leben.

Als Folge der heftigen Erdstöße stürzte in dem betroffenen Gebiet während des islamischen Freitagsgebets eine Moschee ein, wie die Nachrichtenagentur „Khit Thit Media“ meldete. Offizielle Angaben zu Toten und Verletzten lagen zunächst nicht vor. Experten befürchten jedoch, dass es Hunderte Todesopfer geben könnte.

Immens sind auch die Schäden an der Infrastruktur. In Mandalay kippten Hochhäuser um, ganze Straßen wurden aufgerissen, buddhistische Tempel zerstört oder beschädigt. Am Stadtrand stürzte die 1.128 Meter lange Ava-Brücke über den Fluss Irrawaddy ein. Der Einsturz der strategisch wichtigen Brücke mit ihren 16 stählernen Bögen beeinträchtigt den Verkehr zwischen den Regionen Sagaing und Mandalay erheblich.

Auch in Thailands Hauptstadt Bangkok sowie in Teilen Indiens, Chinas und in Vietnams Hauptstadt Hanoi war das Beben zu spüren. Das genaue Ausmaß der dortigen Schäden blieb zunächst unklar.

Die Militärregierung des Bürgerkriegslandes Myanmar rief für die betroffenen Regionen den Notstand aus und bat um internationale Hilfe. Nachbarländer und internationale Organisationen kündigten Sofortmaßnahmen an. Indiens Premierminister Narendra Modi erklärte, seine Regierung werde „jede mögliche Hilfe“ leisten.

Kirchliche Organisationen stellen Soforthilfe bereit

Auch kirchliche Organisationen engagieren sich. Caritas international, das weltweit tätige Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, stellte zunächst 100.000 Euro für die Soforthilfe bereit. „Die Not ist gewaltig. Schon vor dem Erdbeben war Myanmar von bewaffneten Konflikten, Vertreibungen und Überschwemmungen gezeichnet“, sagte Caritas-Leiter Oliver Müller. Malteser International stellte 250.000 Euro zur Verfügung. Die Diakonie Katastrophenhilfe beteiligte sich mit 50.000 Euro.

Missio Aachen kündigte an, einen Hilfsfonds aufzulegen. Dessen Volumen soll nach Angaben der Organisation am Bedarf der Missio-Partner vor Ort orientieren, den diese derzeit ermitteln.

Missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener war erst Anfang Januar selbst in Myanmar und auch in Mandalay gewesen. „Die Kirche arbeitet dort unter schwierigen Umständen. Die Menschen sind vom Regime der Militärjunta und den Folgen des Krieges ohnehin erschöpft. Das Erdbeben gefährdet nun die sehr prekäre Versorgungslage. Unsere Partner brauchen dringend unsere Hilfe“, appellierte Pfarrer Bingener.

Bei seinem Besuch habe er mutige Christen getroffen, die für die Menschen in allen ihren Nöten da seien, so der Missio-Präsident. „Wir werden die Pfarreien auch jetzt nicht im Stich lassen.“

Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung in Potsdam an der sogenannten Sagaing-Verwerfung nahe der 1,6 Millionen-Einwohner-Stadt Mandalay. Die Sagaing-Verwerfung gehört zu den geologisch gefährlichsten Gebieten Myanmars. Dort bewegen sich die Erdplatten mit einer Geschwindigkeit von etwa 18 Millimetern pro Jahr aneinander vorbei.

KNA /dr

28.03.2025: Informationen zu Todesopfern und kirchlicher Nothilfe hinzugefügt /dr

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