Synodaler Prozess der Weltkirche

Wie sich australische Bistümer auf die kontinentale Phase vorbereiten

In Melbourne bereiten derzeit Menschen ganz Ozeanien ihre Positionen für die kommende Bischofssynode vor. Dafür haben sich zahlreiche Bistümer intensiv mit den Zwischenergebnissen auseinandergesetzt.

Erstellt: 20.01.2023
Aktualisiert: 19.01.2023
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In Australien und anderen Ländern Ozeaniens wurde die kontinentale Phase des synodalen Prozesses der Weltkirche besonders intensiv gelebt. Wie aus einer Mitteilung der australischen Bischofskonferenz hervorgeht, setzten sich allein „Down Under“ insgesamt rund 750 Menschen aus 80 Gruppen nochmals eingehend mit dem im Oktober veröffentlichten Arbeitsdokument für diese Prozessphase auseinander. In dem Arbeitsdokument sind Ergebnisse synodaler Prozesse weltweit zusammengefasst.

Man habe sich beim Studium des Arbeitsdokuments an vielen Stellen wiedergefunden, berichtet Trudy Dantis, Koordinatorin des synodalen Prozesses in Australien und Leiterin des nationalen Zentrums für Pastoralstudien. „Während der gesamten Reise der Plenarversammlungen und dieses Prozesses der Bischofssynode gab es den ständigen Ruf nach einer Kirche, die an die Ränder geht“, so die Theologin.

Tatsächlich habe die Einladung zur Teilnahme vielen Menschen die Möglichkeit gegeben, über Herausforderungen und Hoffnungen zu sprechen. Dabei seien Inklusion und Gleichberechtigung ebenso gefordert worden wie eine kooperativere Führungskultur, eine Stärkung der kirchlichen Gemeinschaft sowie eine Kirche, die evangelisiere, erzählt Dantis.

Demnach kam auch viel kritisches zur Sprache. „Das Dokument beschönigt die Herausforderungen und Schwierigkeiten nicht, einschließlich der Polarisierung einiger innerhalb der Kirche, der Abkehr von der religiösen Praxis und der Desillusionierung vieler über Themen wie die Missbrauchskrise“.

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Bischofstreffen in Suva soll Text verabschieden

In dieser Woche nun treffen Vertreterinnen und Vertreter der vier Bischofskonferenzen Ozeaniens – Australien, Neuseeland, Papua-Neuguinea/Salomonen und Pazifik – und der Ostkirchen in Melbourne (Australien) aufeinander, um sich nochmals intensiv mit den Synodenberichten der einzelnen Länder zu befassen. Das aus diesem Reflexionsprozess entstehende gemeinsame Dokument kann dann bei einem offiziellen Treffen der ozeanischen Bischofskonferenzen im Februar in Suva (Fidschi) beschlossen und dem Synodensekretariat in Rom vorgelegt werden.

Der Vorsitzende der australischen Bischofskonferenz, Perths Erzbischof Timothy Costelloe SDB, zeigte sich  im Vorlauf zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des synodalen Prozesses in Ozeanien. „Wir freuen uns darauf, diesen Ruf, eine Kirche zu sein, die gemeinsam geht, nicht nur in unseren Diözesen oder in unserem Land, sondern in ganz Ozeanien und darüber hinaus, noch intensiver zu erkunden.“

dr/weltkirche.de

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