Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ über Seen

  • Freising - 29.11.2021

Seen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sind Thema in der neuen Ausgabe der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP). Enthalten sind literarische Annäherungen, Beiträge zu Geografie und Geschichte sowie ökologische Aspekte. Viele Menschen verbänden prägende Erlebnisse mit Gewässern, heißt es in der Ankündigung. So blickt die aus Russland stammende österreichische Schriftstellerin Julya Rabinowich in ihrem Essay „Seen meines Lebens“ zurück auf ihre Kindheit und Jugend. Der ungarische Journalist Marton Gergely widmet sich dem Plattensee und beschreibe den Balaton als Spiegel der sich wandelnden Gesellschaft Ungarns.

Mit einem Beitrag über den Solina-Stausee in Südostpolen zeichnet der Soziologe Marek Frysztacki die Geschichte der Region nach. Er verdeutliche, dass die heutige Idylle des Stausees mit dem Untergang einer ganzen Kultur, nämlich der Bojken, einher gegangen sei, hieß es. Auf andere Weise trifft dies auch auf die Plitvicer Seen in Kroatien zu. Dieses Weltnaturerbe diente einst als Kulisse für die Jagdgründe von Winnetou (Pierre Brice). Denn viele der beliebten Karl-May-Filme wurden in den 1960er Jahren dort gedreht. Im Beitrag von Thomas Roser werde deutlich, wie zerbrechlich dieses Ökosystem sei und dass der Massentourismus sich zu einer Bedrohung entwickelt habe.

Die Biologin Rita Adrian vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin gibt wiederum in einem Interview Auskunft darüber, wie gefährdet viele Seen durch Umweltverschmutzung und Klimaveränderung seien. Das Beispiel des Peipussees zwischen Russland und Estland zeige, dass die Grenze durch diesen See heute politisch noch trennender sei als im Kalten Krieg. Dem „schwindenden“ Aralsee, dem Lausitzer Seenland und dem Ohridsee seien weitere Beiträge gewidmet.

Zur Zeitschrift

Die aktuelle Ausgabe der Ost-West. Europäische Perspektiven (OWEP) finden Sie unter https://www.owep.de/ausgabe/owep-4-2021

© KNA