Missio sammelt wieder Handys

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  • Rohstoffe - 13.11.2019

Das katholische Hilfswerk Missio ruft vom 23. bis zum 29. November zu einer Handy-Spendenaktion für den guten Zweck auf. „Wir wenden uns mit der Mitmach-Aktion an alle Menschen, die ein altes Handy besitzen. Denn in deutschen Schubladen verstauben über 124 Millionen alte Geräte, die Gold wert sind“, erklärte der Missio-Präsidenten, Dirk Bingener, am Dienstag in Aachen.

Der Gesamtwert der Rohstoffe in allen Altgeräten in Deutschland beträgt nach Angaben von Missio mehr als 250 Millionen Euro. In 41 Smartphones ist demnach so viel Gold enthalten wie in einer Tonne Golderz. Das Missionswerk gab an, alte Handys recyceln zu wollen und einen Teilerlös daraus an Hilfsprojekte im Kongo zu spenden.

Der Termin der Aktionswoche sei bewusst gewählt worden, da der 25. November der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen ist. Er soll laut Missio darauf aufmerksam machen, dass sexuelle Gewalt im Kongo als Kriegswaffe von Rebellen eingesetzt wird, während diese gezielt Regionen mit wertvollen Mineralien erobern, die zum Beispiel für die Produktion von Smartphones benötigt werden.

Bodenschätze sind von zentraler Bedeutung für das moderne Leben – und die Menschen verbrauchen mehr und mehr. Der Boom auf den globalen Rohstoffmärkten könnte besonders in rohstoffreichen Entwicklungsländern dafür genutzt werden, Hunger und Armut zu bekämpfen.


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Die alten Handys können den Angaben zufolge an über 400 öffentlichen Stellen in ganz Deutschland abgegeben oder direkt an das Hilfswerk geschickt werden. Außerdem stelle Missio kostenlose Aktionspakete für die Durchführung der Spendenaktion in Schulen, Gemeinden, Vereinen und Unternehmen zur Verfügung.

Das Hilfswerk ruft in diesem Jahr zum dritten Mal die „Woche der Goldhandys“ aus. Bislang sind nach Angaben von Missio über 125.000 alte Smartphones gespendet, rund 16.000 der Altgeräte wiederaufbereitet und die übrigen Handys recycelt worden. Daraus seien 2,5 Kilogramm Gold, 17 Kilogramm Silber und 835 Kilogramm Kupfer gewonnen worden.

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