Kardinal Hummes: Kirche braucht Neues, ohne Angst und Widerstand

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  • Amazonas-Synode - 25.07.2019

Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes hat sich für eine Öffnung der Kirche bei der im Oktober stattfindenden Amazonas-Synode ausgesprochen. „Wir brauchen dringend Neues, ohne Angst und Widerstand“, sagte Hummes in einem Interview der Jesuiten-Zeitschrift „Civiltà Cattolica“, das jetzt auf Deutsch in der Zeitschrift „Stimmen der Zeit“ erschien. Alt und neu müssten sich verbinden. Die Synode diene dazu, neue Wege aufzuzeigen, wo sie sich als notwendig erwiesen.

Der Kardinal sprach sich auch für eine „indigene Kirche“ aus, die ihre eigene Kultur, Identität, Geschichte und Spiritualität haben und zugleich mit der katholischen Weltkirche geeint sein müsse. Die Länder des Amazonasgebiets seien ein Ausdruck der lateinamerikanischen Verschiedenheit, die mit Offenheit von der Kirche Europas und der übrigen Welt aufgenommen werden sollte, so Hummes. Die Synode lege den Nachdruck auf die Verschiedenheit innerhalb der Einheit der Kirche.

Der Dienst in Gemeinden vor Ort muss laut Hummes von der Gemeinde ausgehen: „Die Gemeinde ist nicht für ihren Amtsträger da, sondern der Amtsträger für seine Gemeinde.“ Die Dienste in der Gemeinde müssten von ihrer Kultur, ihrer Geschichte und ihren Bedürfnissen ausgehen. „Eben das ist die Öffnung“, so Hummes. Die Synode müsse einen Prozess erlauben, der Freiheit besitze und die Würde jedes Christen berücksichtige.

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Die Sondersynode findet vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan statt. Sie steht unter dem Thema: „Amazonien: neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“. Das Bischofstreffen will Umweltschäden im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen in den Blick nehmen.


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Die Synode müsse sich zudem innerkirchlicher wie äußerer Widerstände bewusst sein, etwa aus der Wirtschaft und von Regierungen, so der Kardinal. Manche könnten mit Gewalt und unter Verletzung grundlegender Menschenrechte Änderungen zu verhindern suchen. Auch die Einhaltung von Normen zu Nachhaltigkeit und Naturschutz in Amazonien sei in Gefahr. „Aber wir dürfen nicht aufgeben. Es wird Protest nötig sein. Nicht gewaltsam, aber sicherlich entschieden und prophetisch“, sagte Hummes.

Der Kardinal beklagte darüber hinaus ständige Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung im Amazonasgebiet. Er sprach von einer „dramatischen“ Lage. „Noch schlimmer ist, dass die meisten dieser Verbrechen ungesühnt bleiben.“

Hummes ist Präsident des kirchlichen Panamazonien-Netzwerks Repam und Generalrelator der Synode. Als solcher hat der Kardinal eine Schlüsselfunktion für die inhaltliche Arbeit. Das Bischofstreffen findet vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan statt. Neben Theologie und Seelsorge soll es auch um die Belange der Indigenen, um Menschenrechte und Umweltschutz gehen.

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