Missio: Religionsfreiheit bei Menschenrechtsarbeit wichtig

  • Menschenrechte - 05.12.2018

Missio Aachen warnt vor einem populistisch-nationalistischen Missbrauch von Religion. „Die Religionsfreiheit gerät weltweit mehr und mehr unter Druck. Dies wahrzunehmen und politisch darauf zu reagieren ist eine der wichtigsten Herausforderungen der künftigen Menschenrechtsarbeit“, sagte Präsident Klaus Krämer am Mittwoch in Aachen. Er äußerte sich zum 70. Jahrestag der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte am 10. Dezember.

Missio beobachte mit Beunruhigung, „dass der politische, ideologische und populistisch-nationalistische Missbrauch“ von Religion zunehme. „Der führt zu Diskriminierung, Bedrängnis und am Ende oft auch zur Verfolgung“, so Krämer weiter.

Die Zahl der Staaten, in denen staatliche Maßnahmen oder gesellschaftliche Anfeindungen Angehörige der verschiedenen Religionen im „höchsten Grad“ gefährden, sei von 40 Staaten 2007 auf 55 Staaten 2016 gestiegen, so Krämer. Dies gehe aus Studien des renommierten „Pew Research Center“ in den USA hervor. „Christen leiden vor allem dann unter diesen Verletzungen der Religionsfreiheit, wenn sie in einer Minderheitensituation leben“, erklärte er.

Dossier

Die Kirche weiß sich der Menschenwürde verpflichtet, die in unveräußerlichen Menschenrechten politisch-rechtlich Anerkennung und Schutz findet.


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Im Nahen und Mittleren Osten seien die christlichen Minderheiten etwa im Irak oder Syrien von kriegerischen Auseinandersetzungen, politischer Instabilität und dem ideologischen Missbrauch des Islams besonders betroffen. In Asien stelle für Christen eher eine nationalistische Instrumentalisierung von Religion wie beispielsweise in Indien eine Gefahr dar. Hindu-Nationalisten seien für ein Klima der Angst und Einschüchterung verantwortlich. In früheren kommunistisch-atheistisch geprägten Staaten wie Vietnam gerieten Christen ins Visier der Behörden, weil dort Religion immer noch als staatsgefährdend eingeschätzt werde.

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