Wassertropfen.
Anhaltende Dürre auf der Baleareninsel

Mallorca bittet die heilige Scholastika um Regen

Palma  ‐ Wenn es auf Mallorca nicht ausreichend regnet, hilft nur noch die Anrufung höherer Mächte – sagen zumindest die Menschen in Santanyi. Schließlich soll eine Heilige den „Schlüssel zu den Quellen des Himmels“ haben.

Erstellt: 12.02.2024
Aktualisiert: 12.02.2024
Lesedauer: 

Seit Wochen herrscht in Teilen Mallorcas Wassermangel, weil es nicht ausreichend regnet. Da kommt der Brauch der Anrufung von Scholastika an diesem Sonntag genau recht: In der Wallfahrtskirche Santuari de la Consolacio in Santanyi im Südosten der Insel wird die Heilige um die „Gabe des Regens“ gebeten, wie die „Mallorca-Zeitung“ berichtet. Schließlich soll die dort verehrte Statue der Schwester des heiligen Benedikt von Nursia die „Schlüssel zu den Quellen des Himmels“ besitzen.

Bei der Messe, die immer am Sonntag um das Fest der heiligen Scholastika (um 480-um 542) am 10. Februar stattfindet, handle es sich um eine uralte Tradition, sagte Pfarrer Bartomeu Villalonga. Doch in diesem Jahr könnte die Zahl der erwarteten Teilnehmer aufgrund der verbreiteten Dürre auf Mallorca noch größer sein als sonst - auch ein Zeichen des Klimawandels: „Die Menschen sind sich mehr denn je bewusst, dass mit dem Wetter etwas Merkwürdiges geschieht.“

Die Heilige Scholastika, Hier auf einem Bild aus Montecassino (Italien)
Bild: © KNA-Bild (Archiv)

Die Statue der Heiligen Scholastika (Montecassino/Italien). Sie trägt die Aufschrift: Veni columa mea, veni, coronaberis (komm meine Taube, du wirst gekrönt werden).

Santanyi liege sprichwörtlich in der trockensten Gegend der Insel: „A Santanyi poca aigua i gens de vi“ („Wenig Wasser und kein Wein in Santanyi“), zitierte der Pfarrer. „Aus diesem Grund widmeten unsere Vorfahren, die das Heiligtum errichteten, der heiligen Scholastika eine Kapelle und hatten das Bedürfnis, sie anzurufen, damit sie die Zisternen fülle.“

Auch diesmal hofften die Gläubigen, dass die Gebete die erwartete Wirkung zeigen - „wie im Jahr 2023“, erinnert sich Villalonga: Zwei Wochen nach der Messe in der Wallfahrtskirche zog der Sturm Juliette auf und hinterließ in vielen Teilen der Insel, darunter auch in Santanyi, eine dicke Schneedecke. Auch für dieses Wochenende sei Regen vorhergesagt, wenn auch nur leichter.

Und falls Scholastika nicht helfen sollte, wenden sich die Bewohner Santanyis laut ihrem Pfarrer an die nächsthöhere himmlische Instanz, so wie 1914: „Die Dürre war so groß, dass sie zum Heiligtum von Lluc pilgerten, um die Jungfrau Maria um Regen zu bitten.“

KNA

Mehr zum Thema

Nachrichten aus der Weltkirche

Weiter Debatten über Aufarbeitung von Missbrauch in Spanien

Spaniens Bischöfe haben Betroffenen von sexuellen Kindesmissbrauch in der spanischen Kirche um Verzeihung geben. Zum Auftakt der Vollversammlung der Spanischen Bischofskonferenz bat deren Vorsitzender Kardinal Juan Jose Omella am Montagabend die Opfer erneut um Vergebung für die „Verbrechen unserer Brüder“ und bezeichnete den Missbrauch Minderjähriger als eine „neue Form globaler Sklaverei, die nicht thematisiert werden will“, aber „die gesamte Gesellschaft betrifft“.