Justitia et Pax fordert Ächtung von Atomwaffen

  • Deutsche Kommission Justitia et Pax - 19.06.2019

Als ersten Schritt einer nuklearen Abrüstung fordert die katholische Deutsche Kommission Justitia et Pax die Ächtung von Atomwaffen. Vor dem Hintergrund der katholischen Friedenslehre und der Haltung der katholischen Kirche zu Atomwaffen sei weder deren Besitz noch ihr Einsatz ethisch oder politisch zu rechtfertigen, erklärte die Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken zur Förderung von Entwicklung, Menschenrechten und Frieden am Mittwoch in Berlin mit.

Justitia et Pax veröffentlichte eine Erklärung, mit der sich die Kommission der von Papst Franziskus vertretenen Auffassung anschließt, nach der das Konzept atomarer Abschreckung zur Friedenssicherung nicht länger verantwortet werden könne. Dieses sei nach der kirchlichen Lehre nur insoweit moralisch vertretbar, als es strikt der Kriegsverhütung diene, und wenn Regierungen erkennbar darauf hinarbeiteten, es zu überwinden, hieß es. Die mächtigsten Atomwaffenstaaten ließen jedoch derzeit keinen ernsthaften Willen erkennen, von der Abschreckungsstrategie abzurücken. Sie setzten vielmehr darauf, einen Atomkrieg führen, begrenzen und gewinnen zu können.

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Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden stehen im Zentrum der Friedensarbeit der katholischen Kirche. Mit vielfältigen Akteuren und Initiativen setzt sie sich dafür ein, Gewaltursachen auf den Grund zu gehen und diese zu überwinden.


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Die Krise der internationalen Politik verlange anstelle von Rüstung intensive Anstrengungen, das herrschende Misstrauen durch Dialog und Zusammenarbeit abzubauen. „Vertrauen ist die Grundlage von Friedenspolitik und der Schlüssel zur nuklearen Abrüstung und Rüstungskontrolle“, erklärte Justitia et Pax. Das Ziel einer atomwaffenfreien Welt sei nur mit den Atomwaffenstaaten erreichbar, nicht gegen sie. Der erste Schritt bestehe daher darin, die Atomwaffen zu ächten, um dann über Rüstungskontrolle und Abrüstung zu verhandeln.

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