Regierung will Kleinbauern bei Klimaanpassung helfen

  • Klimawandel - 21.05.2019

Das Entwicklungsministerium (BMZ) will 60 Millionen Kleinbauern bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen. Dabei soll es vor allem um Bauern aus Subsahara-Afrika gehen, um sie bis 2030 „klimasicher“ zu machen, erläuterte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Dienstag in Berlin. Er äußerte sich bei einem Treffen der Globalen Anpassungskommission an den Klimawandel im BMZ mit dem Kommissionsvorsitzenden und ehemaligen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.

Müller betonte, dass die Entwicklungsländer die Hauptlast der Folgen des Klimawandels zu tragen hätten, obwohl sie selbst am wenigsten dafür verantwortlich seien. Das BMZ wolle etwa die Anschaffung von dürreresistentem Saatgut und wassersparender Bewässerung unterstützen. Ferner wolle es den Ausbau von Mikroversicherungen begleiten, um Bauern besser gegen Ernteverluste abzusichern.

Der Minister bekräftigte seine Forderung nach einer europäischen Finanztransaktionssteuer auf den hochspekulativen Computerhandel zugunsten von Entwicklungsprojekten. Mit der Abgabe könnten „die Superreichen die großen Überlebensfragen für die Armen mitfinanzieren“.

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Ban Ki-moon appelliert an die politischen Führer der großen Industrienationen, im Kampf gegen den Klimawandel gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Dabei erinnerte er an die Worte von Papst Franziskus bei einer gemeinsamen Begegnung in Rom: „Gott vergibt immer, die Menschen manchmal, aber die Natur nie.“ Derzeit bestehe noch die Chance, „Perspektiven, zusätzliche Arbeitsplätze, wirtschaftliches Wachstum und mehr Wohlstand zu schaffen“.

Der Kommissionsvorsitzende kündigt an, dass er vor dem UN-Klimagipfel im September in New York einen Bericht veröffentlichen wolle, um den Handlungsbedarf in den einzelnen Anpassungsbereichen aufzuzeigen. Dazu gehören die Ernährungssicherheit, die Infrastruktur, Finanzen, Resilienz in den Städten und naturbasierte Lösungen.

Klimawandel - 21.05.2019

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Nach den Worten der Ko-Vorsitzenden der Globalen Kommission und Geschäftsführerin der Weltbank, Kristalina Georgieva, sind schon heute „Millionen Menschen von der Klimakrise bedroht und am stärksten sind die Armen gefährdet“. Die Kommission wolle als „Transmissionsriemen für neue Ideen dienen, wie man die weltweit am stärksten gefährdeten Menschen unterstützen kann“. Die Bundesregierung hat nach Angaben des Entwicklungsministeriums allein 2017 rund 3,65 Millionen Euro an internationaler Klimafinanzierung aus Haushaltsmitteln zugesagt.

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