Vatikan zu verschlepptem Jesuiten: Beten, dass er lebt

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  • Ordensgemeinschaften - 08.02.2019

Der Vatikan hat sich zu Medienberichten über den 2013 in Syrien verschleppten Jesuiten Paolo Dall'Oglio geäußert. „Wir beten weiter dafür, dass Pater Dall'Oglio lebt“, sagte der kommissarische Vatikansprecher Alessandro Gisotti  zu Journalisten.

Die britische Zeitung „The Times“ hatte unter Berufung auf kurdische Quellen berichtet, der Italiener Dall'Oglio sei noch am Leben. IS-Milizen wollten ihn und den ebenfalls verschleppten britischen Reporter John Cantlie bei Verhandlungen als Faustpfand einsetzen.

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Papst Franziskus hat am Mittwoch die Familie des 2013 in Syrien verschleppten Jesuiten Paolo Dall'Oglio empfangen. Das private Treffen sei ein „Zeichen der Verbundenheit und Nähe des Papstes“ gegenüber der Familie, teilte der Vatikan im Anschluss mit.


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Auf den Bericht ging der Vatikansprecher nicht näher ein. Er stehe aber in Kontakt mit dem Vatikanbotschafter in Syrien, Kardinal Mario Zenari, so Gisotti. Der päpstliche Nuntius in Damaskus hatte der italienischen Agentur „Askanews“ gesagt, im Fall Dall'Oglio sei „nichts auszuschließen“; man müsse abwarten. Der Vatikansprecher erinnerte daran, dass der Papst Angehörige des Jesuiten Ende Januar privat im Vatikan getroffen habe.

Dall'Oglio setzte sich offen für die Kräfte der Opposition ein. 2012 verließ er Syrien zunächst auf Wunsch der Kirche und der syrischen Regierung. Im Sommer 2013 versuchte er auf eigene Faust, verschleppte Geiseln aus Rakka zu befreien, wurde aber im Juli 2013 selbst entführt. Seither fehlt von ihm jede Spur.

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