Papst trifft Familie des verschleppten Jesuiten Dall‘Oglio

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  • Kriege und Konflikte - 30.01.2019

Papst Franziskus hat am Mittwoch die Familie des 2013 in Syrien verschleppten Jesuiten Paolo Dall'Oglio empfangen. Das private Treffen sei ein „Zeichen der Verbundenheit und Nähe des Papstes“ gegenüber der Familie, teilte der Vatikan im Anschluss mit.

Der italienische Ordensmann Dall'Oglio war ein Grenzgänger zwischen Christentum und Islam. Das von ihm wiederbelebte Kloster Deir Mar Musa in den Bergen nördlich von Damaskus galt dem interreligiösen Dialog. Der Jesuit setzte sich offen für die Kräfte der Opposition ein. 2012 verließ er Syrien zunächst auf Wunsch von Kirche und syrischer Regierung. Im Sommer 2013 versuchte er auf eigene Faust, verschleppte Geiseln aus Rakka zu befreien, wurde aber im Juli selbst entführt. Seither fehlt von ihm jede Spur.

2017 sagte ein marokkanisches Mitglied der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ der in London erscheinenden saudischen Zeitung „Asharq Al-Awsat“, Dall'Oglio sei schon wenige Tage nach seiner Entführung ermordet worden. Beweise dafür brachte er nicht bei.

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Interreligiöser Dialog - 30.01.2019

Im Jahr 1219 kam es in Ägypten zu einer historischen Begegnung: Franz von Assisi traf den Sultan al-Malik al-Kamil am Rande der Kreuzzüge. 2019 fliegt der nach dem Heiligen benannte Papst Franziskus als erster Papst auf die Arabische Halbinsel, um an dieses Treffen vor 800 Jahren zu erinnern. Franziskanerbruder Jürgen Neitzert über die Bedeutung dieser frühen Annäherung zwischen Christentum und Islam.


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