Umweltminister Schneider: Umweltpolitischer Erfolg

UN-Hochseeschutzabkommen tritt in Kraft

New York/Berlin ‐ Schildkröten, Fische und Robben könnten bald wohl durch sauberere Meere schwimmen – dank des neuen UN-Hochseeschutzabkommens. Das ermöglicht deutlich mehr Schutzzonen – nach Jahrzehnten mit wenig Schutz der Hochsee.

Erstellt: 16.01.2026
Aktualisiert: 21.01.2026
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Ab Samstag tritt nach jahrzehntelangen Verhandlungen das UN-Hochseeschutzabkommen in Kraft. Damit können Meeresschutzgebiete jenseits nationaler Grenzen ausgewiesen werden. Rund zwei Drittel der weltweiten Meeresfläche werden nicht von einzelnen Staaten verwaltet. Bisher gab es laut Bundesumweltministerium für die Hohe See weltweit keine einheitlichen Umweltregeln.

Mit dem Abkommen verpflichten sich die Vertragsstaaten zu Zusammenarbeit, um durch den Aufbau von Schutzzonen den Erhalt der Ozeane zu sichern. Laut der Deutschen Allianz Meeresforschung eröffnet das Abkommen die Möglichkeit, dass noch bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der Meeresfläche besonders geschützt und nachhaltig genutzt werden. Bislang stehen demnach weniger als ein Prozent der Hohen See unter Schutz. Gemäß dem Abkommen kann auch gegen den Willen einzelner Staaten über die Einrichtung eines Schutzgebiets abgestimmt werden, wenn es keinen Konsens gibt.

Das Abkommen sieht außerdem Umweltprüfungen von menschlichen Aktivitäten im Ozean und die Unterstützung von Entwicklungsländern vor. Geplant sind auch Konferenzen der Vertragstaaten.

Umweltpolitischer Erfolg

Seit September 2023 liegt der offizielle Text des Hochseeschutzabkommens bei den Vereinten Nationen vor. Deutschland gehörte zu den ersten Ländern, die es unterzeichneten. Für das Inkrafttreten mussten mindestens 60 Staaten das Abkommen ratifizieren. Inzwischen sind es nach Angaben des Bundesumweltministeriums mindestens 75.

„Es ist der größte internationale umweltpolitische Erfolg der letzten Jahre“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) im Dezember. Die Ozeane seien überlebenswichtig für den Menschen. „Sie erzeugen Sauerstoff, versorgen uns mit Nahrung und sind das größte Ökosystem des Planeten. Zugleich sind die Ozeane stark belastet durch Plastikmüll, Überfischung, Chemikalien und Klimawandel.“ UN-Generalsekretär António Guterres sprach von einer historischen Errungenschaft für die Ozeane und den Multilateralismus.

Die Deutsche Allianz Meeresforschung begrüßte das Inkrafttreten des Abkommens. Entscheidend sei nun, wie das Abkommen national umgesetzt werde, um eine nachhaltig wirksame Verbesserung zu erzielen.

KNA

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