Rund 170 Kirchgänger bei zwei Angriffen in Nigeria entführt
Abuja ‐ Immer wieder gibt es in Nigeria Entführungen durch kriminelle Banden, die Lösegeld erpressen wollen. Am Sonntag traf es Gottesdienstbesucher in der Mitte des Landes.
Aktualisiert: 21.01.2026
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Bewaffnete Banden haben im zentralnigerianischen Bundesstaat Kaduna laut Polizeiangaben Dutzende Kirchgänger entführt. Ein hochrangiger Kirchenführer sprach laut dem Sender BBC Africa von 170 Verschleppten aus dem Sonntagsgottesdienst. Zuletzt hatte es in Nigeria wiederholt Massenentführungen gegeben, mit sowohl Christen als auch Muslimen als Opfer. Täter sind in der Regel kriminelle Banden im Norden und in der Mitte des Landes, die Lösegeld erpressen wollen.
Nach Angaben der örtlichen Polizei fuhren am Sonntagmittag zahlreiche Schwerbewaffnete vor zwei Kirchen in Kurmin Wali vor, einer Waldgemeinde im Bezirk Afogo. Sie zwangen die Gottesdienstbesucher, mit ihnen in den Busch zu gehen. Ein hochrangiger Vertreter des christlichen Dachverbandes Christian Association of Nigeria (CAN) wird mit der Zahl von 172 Gläubigen zitiert; 9 hätten fliehen können.
Im November waren mehr als 300 Schüler und Lehrer aus einer katholischen Schule verschleppt worden; sie wurden später in zwei Gruppen freigelassen. Nigerias Verteidigungsminister trat im Dezember auf dem Höhepunkt der Entführungskrise zurück, laut Angaben des Präsidialamtes aus gesundheitlichen Gründen. Die USA flogen zu Weihnachten Luftangriffe auf zwei Lager einer islamistischen militanten Gruppe im Nordwesten Nigerias. US-Präsident Donald Trump warnte, es werde weitere Angriffe geben, sollten weiterhin Christen getötet werden.
Im westafrikanischen Nigeria gibt es mehr als 250 ethnische Gruppen. Das bevölkerungsreichste Land des Kontinents ist im Norden überwiegend muslimisch geprägt, im Süden weitgehend christlich; in Zentralnigeria, dem Middle Belt, ist die Bevölkerung gemischt. Laut Regierungsangaben werden Angehörige aller Glaubensrichtungen Opfer von Angriffen.
KNA
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