
Erzbischof Koch: Der Westbalkan braucht eine Perspektive
Freising ‐ Studien zeigen, dass die Menschen im Südosten Europas wegen des demografischen Wandels zunehmend in wirtschaftliche und soziale Not schlittern. Das Hilfswerk Renovabis setzt daher auf Entwicklungszusammenarbeit als Stabilisator.
Aktualisiert: 27.03.2025
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Renovabis-Bischof Heiner Koch wirbt für mehr gesamteuropäische Solidarität, damit der Südosten Europas nicht weiter in wirtschaftliche und soziale Not gerät. Diese Länder bräuchten eine Perspektive. Grund für die Entwicklung ist nach Ansicht von Experten, dass die Länder zunehmend einen Bevölkerungsschwund zu verkraften haben, wie es in einer Mitteilung des katholischen Osteuropahilfswerks vom Donnerstag in Freising heißt. „Es ist schockierend und doch kein völlig neues Phänomen: Der massive Bevölkerungsschwund in den Ländern am Rand der Europäischen Union, etwa in den Westbalkanstaaten, verstärkt sich weiter“, so Koch. Renovabis setze deshalb durch die Unterstützung seiner Partner in diesen Ländern ein klares Zeichen, dass man an eine Zukunft für die Menschen in dieser Region glaube.
Die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Osteuropa versuche seit vielen Jahren, mit entsprechenden Projekten gegenzusteuern, erinnerte Koch. Als Beispiel nannte er „YourJob“-Programme in Albanien, dem Kosovo und weiteren Nachbarländern, die jungen Menschen im eigenen Land den Weg in die Selbstständigkeit ebneten. Weitere Bausteine seien eine regionale Struktur- und Wirtschaftsförderung durch nachhaltigen Tourismus, Projekte zum Ausbau häuslicher Pflege sowie Bildungsprogramme.
Renovabis-Bischof für Erhalt des Entwicklungsministeriums
Der Aktionsrat von Renovabis brachte in seiner jüngsten Sitzung 177 Projekte in Mittel-, Ost- und Südosteuropa mit einer Fördersumme von gut 7,2 Millionen Euro auf den Weg, wie es heißt. Er wünsche sich, dass die neue Bundesregierung das Entwicklungshilfeministerium erhalte und weiter Mittel zur Stabilisierung des Westbalkans einbringe, erklärte der Berliner Erzbischof Koch.
Laut Kathleen Beger, Expertin am Regensburger Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, setzt die Abwanderung in den osteuropäischen Ländern einen Teufelskreis in Gang. Wirtschaft und Politik würden destabilisiert. Seit der Wende hätten fast alle Länder Südosteuropas erhebliche Bevölkerungsverluste erlitten, Albanien beispielsweise um ein Viertel. Dies werde sich bis 2100 fortsetzen.
Die Wissenschaftlerin zeichnete bei der Sitzung des Aktionsrats ein düsteres Bild: „Der Bevölkerungsschwund führt zu gravierenden ökonomischen und sozialen Problemen, darunter Arbeitskräftemangel, Überlastung der Sozialsysteme und zu einer überalterten Gesellschaft.“ Statt nachhaltiger Lösungen würden ideologische Narrative dominieren, die Migration ablehnten und Ängste schürten. Dadurch würden notwendige Reformen blockiert und die gesellschaftlichen Fronten verhärtet.
KNA/weltkirche.de/Renovabis

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