Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 18.01.2021

Im brasilianischen Manaus fehlt es an Sauerstoff für Covid-Patienten, in Portugal werden Taufen und Hochzeiten ausgesetzt und der Vatikan veröffentlicht Regeln für die Spendung des Aschenkreuzes unter Corona-Bedingungen. Die Übersicht.

Kein Sauerstoff für Covid-Patienten im brasilianischen Manaus

Die Krankenhäuser in der brasilianischen Urwaldmetropole Manaus stehen den steigenden Corona-Fallzahlen hilflos gegenüber. In mehreren Krankenhäusern der Millionenstadt fehle es an Sauerstoff für die Beatmung der Corona-Patienten, berichten örtliche Medien. Verzweifelte Angehörige versuchen demnach, privat Sauerstoffflaschen für Erkrankte zu organisieren, während Ärzte und Pfleger die Beatmungsmaschinen von Hand zu betätigen versuchen.

Laut der Regierung des Gliedstaates Amazonas sollen 235 Patienten in andere Landesteile verlegt werden. Am Donnerstagabend (Ortszeit) seien die ersten sechs Patienten in der Hauptstadt Brasilia angekommen, hieß es. Die geplante Notverlegung von Patienten in andere Landesteile stößt derweil auf Besorgnis, da sich dadurch eine in Manaus festgestellte Corona-Mutation über das ganze Land verbreiten könnte.

Präsident Jair Messias Bolsonaro hatte die Behörden vor Ort am Dienstag für den Zusammenbruch des öffentlichen und privaten Gesundheitssystems verantwortlich gemacht. Diese wiederum klagen über fehlende Unterstützung durch das Gesundheitsministerium. Laut dem Portal G1 bereiten die Staatsanwaltschaften im Bund und im Gliedstaat Klagen gegen die Zentralregierung vor. Bereits am Sonntag hatte der Gouverneur des Gliedstaates Amazonas um rasche Hilfe gebeten, da sich die Sauerstoffreserven dem Ende neigten.

Am Donnerstag hatte die Regierung Venezuelas die Entsendung von Sauerstoffflaschen nach Manaus angeboten. Am frühen Freitagmorgen berichteten Medien bereits über angeblich in Manaus eingetroffene Lieferungen aus Venezuela. Allerdings ist nicht sicher, ob es sich tatsächlich um Lieferungen aus dem Nachbarland handelt. In der Nacht zum Freitag starteten zudem zwei brasilianische Militärmaschinen mit Sauerstoffflaschen vom südbrasilianischen Sao Paulo aus Richtung Manaus.

Bereits im April und Mai war Manaus einer der Corona-Hotspots in Brasilien. Als die Fallzahlen später abnahmen, spekulierten Wissenschaftler gar über die Möglichkeit, dass in der Stadt bereits eine Herdenimmunität erreicht sein könnte. Von der zweiten, noch tödlicheren Welle wurden die Behörden nun abermals überrascht. Am Donnerstag wurden in Manaus über 2.500 neue Infektionen registriert, 51 Personen verstarben. Zudem wurden 254 Infizierte in den Krankenhäusern der Stadt aufgenommen. Weitere 480 Kranke warten derzeit auf ein freies Intensivbett.

© Text: KNA

Französischer Bischof tritt nach Corona-Infektion zurück

Weil er sich nach einer Corona-Infektion kraftlos fühlt, ist Creteils Bischof Michel Santier (73) von seinem Amt zurückgetreten. Wie der Vatikan am Samstag bestätigte, nahm Papst Franziskus ein entsprechendes Gesuch des Franzosen an. Eigentlich sind Bischöfe vom Kirchenrecht erst mit Vollendung ihres 75. Lebensjahres gehalten, dem Papst ihren Amtsverzicht anzubieten.

Santier war im April am Coronavirus erkrankt und wurde wochenlang im Krankenhaus behandelt. Im Juni bat er um seine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand, da er nicht mehr die nötige Energie für die Ausübung seines Amtes habe. „Die Tortur, die ich gerade durchgemacht habe, hat die Dinge nicht besser gemacht. Ich erhole mich gut, aber die Müdigkeit bleibt“, schrieb der Bischof in einem Brief. Schon vor der Infektion habe ihm die verschmutzte Luft in Creteil gesundheitliche Probleme bereitet.

Santier hat das im Großraum Paris gelegene Bistum Creteil seit 2007 geleitet. Als Nachfolger ernannte der Papst den Vizepräsidenten der Französischen Bischofskonferenz, Dominique Blanchet (54). Dieser amtierte bisher als Leiter des ostfranzösischen Bistums Belfort-Montbeliard.

© Text: KNA

Papst gegen Corona geimpft – Vatikan beginnt Programm

Im Vatikan haben am Mittwoch die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Als einer der ersten erhielt der 84-jährige Papst Franziskus das Vakzin von Biontech/Pfizer, wie die argentinische Zeitung „La Nacion“ und die US-Zeitschrift „America“ unter Berufung auf interne Quellen meldeten. Das vatikanische Presseamt teilte nur den allgemeinen Impfbeginn mit. Eine Bestätigung über die Immunisierung des Papstes wollte der Vatikan auf Journalistenanfragen nicht geben.

Die Verabreichung der zweiten Dosis an Franziskus soll in drei Wochen erfolgen. Aus Gründen der Privatsphäre gebe es keine Fotos, hieß es. Auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. (93) sowie dessen Haushalt um Erzbischof Georg Gänswein (64) wollen sich impfen lassen.

In einem TV-Interview am Sonntagabend hatte Franziskus gesagt, aus ethischer Sicht sollte jeder den Impfstoff empfangen. Wer es nicht tue, setze nicht nur das eigene, sondern auch das Leben anderer aufs Spiel.

Mitte Dezember hatte der Vatikanstaat seine Bürger und die Angestellten der Kurie einzeln befragt, ob sie eine Corona-Impfung wünschen, und ein entsprechendes Kontingent bestellt. Das Angebot gilt auch für mitversicherte Familienangehörige der Beschäftigten. Laut Medienberichten, die das vatikanische Gesundheitsamt bestätigte, handelt es sich um rund 10.000 Dosen des Impfstoffs vom Mainzer Hersteller Biontech und dessen US-Partner Pfizer.

Zum Start der Impfkampagne verbreitete das Presseamt Fotos von einem entsprechend eingerichteten Nebenraum der vatikanischen Audienzhalle, unter anderem mit einem Kühlschrank, in dem die Impfdosen bei der erforderlichen Temperatur von -70 Grad gelagert werden.

© Text: KNA

Leibarzt des Papstes nach Corona-Infektion gestorben

Fabrizio Soccorsi, der Leibarzt von Papst Franziskus, ist im Alter von 78 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Wie die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ (Samstag) berichtete, war er wegen einer Krebserkrankung in der römischen Gemelli-Klinik in Behandlung. Dabei sei es zu „Komplikationen“ durch Covid-19 gekommen.

Soccorsi wurde am 2. Februar 1942 in Rom geboren und schloss 1968 sein Medizinstudium ab. Er arbeitete als Facharzt für Innere Medizin mit dem Spezialgebiet Hepatologie und war auch in der akademischen Lehre tätig. Zudem war er als Chefarzt der römischen Klinik San Camillo sowie als Berater des medizinischen Dienstes im vatikanischen Governatorat tätig. 2015 ernannte der Papst den Italiener zu seinem persönlichen Leibarzt.

© Text: KNA

Pilgerfahrt zum Jordan unter Covid-19-Beschränkungen

Die traditionelle Wallfahrt der Katholiken in Israel und Palästina zur Taufstätte „Kasr al-Jahud“ am Westufer des Jordan wird wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie und des seit Freitagnacht verschärften Lockdowns mit starken Einschränkungen stattfinden. Anstatt der üblichen hunderten Gläubigen werde die Teilnehmerzahl an den Feierlichkeiten zum Fest „Taufe des Herrn“ am Sonntag auf fünf Gruppen mit jeweils zehn Personen begrenzt, hieß es aus franziskanischen Kreisen. Der traditionelle Besuch des Klosters der Versuchung in Jericho im Rahmen der Feier entfällt.

Erstmals nach mehr als 50 Jahren wird der Gottesdienst unter Vorsitz von Franziskanerkustos Francesco Patton dabei wieder in der Kapelle des örtlichen Franziskanerklosters gefeiert, das im vergangenen Oktober an die Franziskaner zurückgegeben wurde. Das rund eine Million Quadratmeter große Gebiet mit Ländereien von insgesamt acht Konfessionen war 1967 während des Sechstagekriegs evakuiert worden, der Zugang war bis vor kurzem stark eingeschränkt.

Die Wallfahrt der jordanischen Katholiken an die Stätte „Al-Maghtas“ am jordanischen Ufer des Jordanflusses entfiel in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa feierte stattdessen am Samstag an der Stätte im Beisein „einer kleinen Zahl von Priestern, Nonnen und führenden Personen“ eine live übertragene Messe. An der Feier nahmen nach Angaben des katholischen Medienzentrums (CCSM) auch der jordanische Tourismusminister Nayef Al-Fayez sowie Parlamentarier teil.

Pizzaballa, der sich noch bis 21. Januar zu seinem ersten Patriarchalbesuch in Jordanien aufhält, äußerte in seiner Ansprache den Wunsch, das Jahr 2021 möge nach dem Tiefpunkt für den religiösen Tourismus ein „Jahr der Heilung, ein Jahr der Offenheit, ein Jahr des Neuanfangs und ein Jahr der Rückkehr zum normalen Leben“ werden.

© Text: Andrea Krogmann/KNA

Dossier

Eine zweite Welle hat Europa erfasst, Teile Lateinamerikas sind noch bei der Bewältigung der ersten – und Teile Afrikas kamen bislang recht glimpflich davon. Ein Überblick, wie weltweit mit Corona umgegangen wird.


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Katholische Kirche in Portugal setzt Taufen und Hochzeiten aus

Angesichts eines neuerlichen Lockdown in Portugal hat die katholische Kirche einen Stopp für Taufen, Firmungen und Eheschließungen angeordnet. Diese Feiern sollten ausgesetzt oder auf einen günstigeren Zeitpunkt verschoben werden, teilte der Ständige Rat der nationalen Bischofskonferenz am Donnerstag in Lissabon mit. Messfeiern und Beerdigungen würden gemäß den Richtlinien, die mit der Gesundheitsbehörde abgestimmt wurden, fortgesetzt. Andere seelsorgliche Aktivitäten sollten digital erfolgen. Der Kampf gegen die Pandemie verlange von allen mehr Verantwortung und Solidarität, erklärten die Bischöfe.

In Portugal gelten von Freitag an wieder strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Menschen dürfen das Haus nur noch aus dringendem Anlass wie etwa zum Einkaufen, zur Arbeit oder für Arztbesuche verlassen. Schulen bleiben hingegen geöffnet. „Die Regel ist einfach: Jeder von uns muss zu Hause bleiben", sagte Ministerpräsident Antonio Costa. Das Land durchlebe den „gefährlichsten Moment" der Pandemie. Die Restriktionen sollen zunächst für einen Monat in Kraft bleiben. Eine Ausnahme gibt es für die Stimmabgabe zu den Präsidentschaftswahlen am 24. Januar.

© Text: KNA

Genesener Wiener Kardinal rechtfertigt Impfung – und wirbt dafür

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat seine frühe Corona-Impfung verteidigt und zugleich für eine flächendeckende Impfung geworben. „Dadurch, dass ich öffentlich meine Impfung bekannt gemacht habe, bin ich bewusst das Risiko eingegangen, dafür kritisiert zu werden“, schrieb der 75-Jährige in einem Gastkommentar für die Zeitung „Der Standard“. „Andere Menschen von der Notwendigkeit des Impfens durch mein Vorbild zu überzeugen, ist mir das allemal wert.“

© Text: KNA

Vatikan regelt Spendung des Aschenkreuzes im Corona-Modus

Für katholische Gottesdienste am Aschermittwoch hat der Vatikan die Austeilung des Aschenkreuzes in der Pandemie geregelt. Dies gab die Gottesdienstkongregation am Dienstag auf ihrer Website bekanntgab. Demnach soll der Priester sich vor der Austeilung eine Mund-Nase-Maske aufsetzen, sich erneut die Hände desinfizieren und dann die geweihte Asche jenen Gläubigen aufs Haupt streuen, die zu ihm nach vorne kommen. Je nach Praxis kann der Zelebrant auch zu den Menschen an den Platz gehen. Die Austeilung geschieht wortlos und ohne Berührung.

Die bei der Spendung des Aschenkreuzes üblichen Formeln „Kehre um und glaube an das Evangelium“ oder „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“ soll der Priester vorher kollektiv zu allen Anwesenden sagen. Zuvor spricht der Priester das übliche Segensgebet über die Asche und besprengt diese wortlos mit Weihwasser.

Am Aschermittwoch, in diesem Jahr am 17. Februar, beginnt die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. Seit Ende des 11. Jahrhunderts gibt es die Tradition, sich an diesem Tag in Gottesdiensten ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen oder Asche aufs Haupt streuen zu lassen. Die aus gesegneten Palmzweigen vom Vorjahr gewonnene Asche gilt als Symbol der Trauer und Buße.

Das Aschenkreuz steht für den Beginn der Bußzeit und zugleich für die Hoffnung der Christen auf Auferstehung. Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fastentag gilt. Das Kirchenrecht schreibt Abstinenz und Fasten vor.

© Text: KNA

Ehemaliger Minsker Metropolit an Covid-19 gestorben

Das einstige Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Belarus, Metropolit Filaret, ist tot. Der mit dem Ehrentitel „Held von Belarus“ ausgezeichnete Erzbischof erlag am Dienstag im Alter von 85 Jahren seiner Covid-19-Erkrankung, wie die unabhängige Nachrichtenagentur Belapan meldet. Die Kirche selbst gab keine Todesursache an.

Der am 21. März 1935 in Moskau geborene Filaret leitete die russisch-orthodoxe Kirche in Belarus von 1978 bis 2013. Zuvor war er seit 1973 Erzbischof von Berlin und Mitteleuropa. Auch später war ihm der Dialog mit dem westlichen Ausland wichtig. Von 1981 bis 1989 führte der Metropolit die Abteilung für Außenbeziehungen des orthodoxen Moskauer Patriarchats. Ende 2013 billigte die Moskauer Kirchenführung sein Rücktrittsgesuch als Exarch von Belarus; sein erstes Rücktrittsgesuch 2010 war noch abgelehnt worden.

© Text: KNA

Südamerika - 03.03.2021

In Kolumbien ist der Bischof der von einer Gewaltwelle heimgesuchten Hafenstadt Buenaventura das Ziel von Morddrohungen. „Seit dem vergangenen Jahr gibt es in Buenaventura Drohungen gegen mein Leben von mächtigen Gruppen denen meine Positionen nicht passen“, sagte Bischof Ruben Dario Jaramillo am Dienstag (Ortszeit) dem Fernsehsender CM&.

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Hintergrund - 02.03.2021

Der 4.000 Jahre alte Stufentempel von Ur gilt als Symbol der Hochkultur im Zweistromland. Ob der biblische Stammvater Abraham dort lebte, steht dahin – aber nach Papst Franziskus könnten auch schiitische Pilger kommen.

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Hintergrund - 01.03.2021

Christen waren einst im Irak in der Mehrheit. Heute kämpfen sie wie andere Minderheiten gegen die Auswirkungen von jahrelanger Gewalt und Terror – oder sie verlassen das Land, das als eine Wiege der Christen gilt.

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Pandemie - 01.03.2021

Zuletzt machten Meldungen über Scheinimpfungen in Brasilien die Runde. Doch kriminelle Energie des Impfpersonals ist nicht das eigentliche Problem. Es gibt viel zu wenig Dosen.

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Pandemie weltweit - 28.02.2021

Im südlichen Afrika soll bald mit der Produktion von Impfdosen gegen Covid-19 begonnen werden. Noch sind die lokalen Hersteller aber von internationalen Pharma-Riesen abhängig. Ein Nachteil für den Kontinent.

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