Pax-Christi-Präsident: Nationalistisches Gedankengut erstarkt

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  • Frieden - 08.05.2020

Peter Kohlgraf, Mainzer Bischof und Präsident von Pax Christi Deutschland, sieht ein „Erstarken nationalen und nationalistischen Gedankenguts“ in Europa. 

Es sei Zeit, „sich an Europa als gemeinsames Friedensprojekt zu erinnern“, mahnte Kohlgraf am Mittwoch in einer Erklärung zum 75. Jahrestag des Weltkriegsendes am 8. Mai. Rassismus und die Abwertung anderer sowie Gewalt und Diskriminierung dürften „nicht gesellschaftsfähig werden“.

Die Kirche müsse gerade in diesen Tagen ihre Aufgabe als „globales Sakrament des Heiles und des Friedens“ wahrnehmen, sagte der Bischof weiter. Die Corona-Pandemie zeige „schmerzlich und überdeutlich, dass wir als Menschen zusammengehören, und dass wir als eine Familie ein gemeinsames Haus bewohnen“. Es müsse in Verantwortung, Gerechtigkeit und Frieden aufgebaut werden.

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„Atomare Aufrüstungsbemühungen ablehnen“

Der Pax-Christi-Präsident forderte zugleich nukleare Abrüstung. „Heute erleben wir eine neue Hinwendung zur atomaren Aufrüstung bei den Großmächten“, so Kohlgraf. Diese Aufrüstungsbemühungen könne man nur ablehnen. Der Bischof bezog sich auf Papst Franziskus, der eine Abschaffung der Atomwaffen mit den Worten gefordert habe: „Wer mit Auslöschung droht, schafft keinen Frieden.“

Pax Christi („Friede Christi“) ist eine Friedensbewegung in der katholischen Kirche, die sich als ökumenisch versteht. Entstanden ist die Bewegung am Ende des Zweiten Weltkrieges in Frankreich. Die deutsche Sektion ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International.


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