Kirche ruft UN zum Klimaschutz auf

  • Klimawandel - 24.09.2019

Die katholische Kirche und Hilfsorganisationen drängen die Teilnehmer des Gipfeltreffens in New York zu verstärkten Klimaschutzmaßnahmen. So appellierte die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag an den UN-Gipfel für Nachhaltigkeit, konkrete Schritte zu verabschieden.

In einem in Fulda veröffentlichten Schreiben bitten die Bischöfe UN-Generalsekretär Antonio Guterres, „eine Vernetzung über nationale Grenzen hinaus zu realisieren, um mit konkreten gesetzlichen Regelungen, spürbaren Verpflichtungen und ordnungspolitischen Maßnahmen der Welt zu zeigen, dass der Nachhaltigkeitsgipfel konkretes Handeln ermöglicht“. Die Menschheit brauche begründete Hoffnung, dass „die Schöpfung nicht verloren ist“.

„Wir sehen, dass die Zeit drängt. Es ist dringend, aber noch nicht zu spät“, heißt es in dem vom Konferenz-Vorsitzenden Kardinal Reinhard Marx unterzeichneten Brief. Den Einsatz für das Weltklima und die Bewahrung der Schöpfung auf später zu verschieben, gehe nicht mehr.

Klimawandel - 19.09.2019

Nicht nur Schüler und Grünenpolitiker fordern zum Handeln beim Klimaschutz auf. Auch Ökonomen sagen: Klimaschutzmaßnahmen jetzt zu ergreifen, ist allemal billiger, als die Folgen zu bezahlen. Wie das konkret gehen kann, erklärt Prof. Johannes Wallacher.


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Der Vatikan rief die Staatengemeinschaft zum Schutz der Wälder auf. Die mutwillige Zerstörung von Waldgebieten bedrohe nicht nur die Artenvielfalt und das gesamte Ökosystem, sondern verursache „großes menschliches Leid“, sagte der zweithöchste Repräsentant der katholischen Kirche, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, bei der UN-Vollversammlung laut dem am Dienstag veröffentlichten Redetext.

Die Sorge um den Planeten müsse mit der Sorge um die Menschen einhergehen. Entscheidungen für eine bessere Bewirtschaftung der Wälder müssten diejenigen einbeziehen, deren Rechte, Werte und Leben am stärksten betroffen seien, so der Kardinal. Parolin verwies zudem auf die in zwei Wochen im Vatikan beginnende Synode über das Amazonasgebiet.

Das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor kritisierte aus seiner Sicht unzureichende Klimaschutzmaßnahmen der deutschen Regierung. Misereor begrüßte zwar die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in New York, „dass Deutschland seine Mittel für den internationalen Kampf gegen den Klimawandel deutlich erhöhen will“, erklärte Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. Kritisch sehe er aber, dass die Kanzlerin „als konkrete Maßnahme nur das unzureichende Klimaschutzpaket ihres Klimakabinetts präsentieren konnte“.

Für die Ziele des Pariser Abkommens sind nach den Worten des Hilfswerks „echte“ Klimaschutzmaßnahmen nötig, die auf nationaler, lokaler und auf Länderebene umgesetzt werden. Deutschland habe zu wenig vorzuweisen. „Das ist umso bedauerlicher, da im Moment die Mehrheit der Bevölkerung den Klimaschutz mehr unterstützt als eine einseitige Ausrichtung der Politik auf Wirtschaftswachstum“, sagte Spiegel.

Das Kinderhilfswerk terre des hommes teilte unterdessen mit, es unterstütze die Individualbeschwerde von Greta Thunberg und anderen Jugendlichen vor dem UN-Kinderrechtsausschuss. „Die Jugendlichen wenden sich völlig zu Recht an den UN-Ausschuss, denn die Klimapolitik der G20-Mitglieder bedeutet im Ergebnis einen Verstoß gegen ihr Recht auf Leben in einer gesunden Umwelt“, sagte Vorstandssprecher Albert Recknagel.

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