Studie: Philippinen tödlichstes Land für Landrechtsaktivisten

  • Menschenrechte - 30.07.2019

Die Philippinen haben Brasilien als gefährlichstes Land für Landrechtsaktivisten abgelöst. 2017 seien auf den Philippinen 30 von ihnen ermordet worden, heißt es in einem am Dienstag in London veröffentlichten Bericht der internationalen Organisation Global Witness.

Ein Drittel der Morde habe auf der Insel Mindanao stattgefunden, wo die Regierung von Präsident Rodrigo Duterte Konzernen 1,6 Millionen Hektar Land für Plantagen zur Verfügung stellen will, so der Report mit dem Titel „Feinde des Staates – Wie Regierungen und Wirtschaft Land- und Umweltaktivisten zum Schweigen bringen“.

Menschenrechte - 26.07.2019

Auf den Philippinen fordern katholische Organisationen eine unparteiische Untersuchung der Mordserie an Bürgerrechtlern auf der Insel Negros. Die Kultur von Straflosigkeit und Gewalt müsse „sofort gestoppt werden“, erklärte die Philippine Misereor Partnership Inc. (PMPI) in Manila.


Artikel lesen

Die Hälfte aller Morde an Landrechts- und Umweltaktivisten auf den Philippinen stand demnach im Zusammenhang mit Konflikten um Agrarprojekte. Mutmaßliche Täter seien in den Reihen von Polizei, Militär, paramilitärischen Milizen und Privatarmeen reicher Landbesitzer und Unternehmen zu suchen.

Präsidentensprecher Salvador Panelo wies die Vorwürfe von Global Witness zurück. Der Anstieg der Morde an Landrechtsaktivisten sei vielmehr der „bösartigen“ Rivalität zwischen den Aktivisten geschuldet, sagte Panelo philippinischen Medien.

Philippinen - 20.11.2017

Auf den Philippinen will kein junger Mensch noch Bauer werden, denn die Bauern gelten als „Loser“. Sie sind  die Verlierer einer aggressiven Agrarindustrie, die die Rechte der Bauern mit Füßen tritt, berichtet der Jesuit Pedro Walpole.


Artikel lesen

Präsident Duterte hat Kritiker, Menschenrechtler, Anwälte, Journalisten und Landrechtsaktivisten sowie katholische Bischöfe und Priester, die solche Gruppen unterstützen, immer wieder zu „Kommunisten“ erklärt. Bei Gewalt gegen die Aktivisten können Polizei, Armee sowie Todesschwadronen mit Straffreiheit rechnen.

Einer der Hotspots der Morde an Bauern und Landrechtsaktivisten ist die Provinz Negros Oriental, wo in diesem Monat vier Aktivisten von Unbekannten ermordet und am 30. März bei drei Polizeirazzien 14 Bauern und Kirchenmitarbeiter erschossen worden waren. Bischof Gerardo Alminaza (Bistum San Carlos) in Negros lässt seitdem aus Protest gegen die Mordserie jeden Abend die Kirchenglocken des Bistums läuten.

© KNA