Bischof für Aufnahme von Klimaflüchtlingen und „Nansen-Pass“

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  • Klimawandel - 26.07.2019

Die für die Erderwärmung verantwortlichen Länder sollen nach Worten des Rottenburger Bischofs Gebhard Fürst künftig Klimaflüchtlinge aufnehmen. Als Modell schlug er am Freitag den „Nansen-Pass“ vor, der nach dem Ersten Weltkrieg für staatenlose Flüchtlinge eingeführt wurde.

Fürst verwies darauf, dass Klimaflüchtlinge keine Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention seien und ihnen auch das Asylrecht in Deutschland keinen Schutz gewähre. „Ein moderner Nansen-Pass würde es den neuen Staatenlosen ermöglichen, sich in einem Land niederzulassen, in dem sie wieder Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben haben“, sagte der Bischof. Daher unterstütze er den Vorschlag von Hans Joachim Schellnhuber, Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, nach Einführung eines neuen „Nansen-Passes“.

Der ursprüngliche Nansen-Pass geht dabei auf eine Idee des Norwegers Fridtjof Nansen zurück, der nach dem Ersten Weltkrieg Hochkommissar für Flüchtlingsfragen beim Völkerbund war. Der Pass entstand vor allem als Reaktion auf die Russische Revolution und die Massaker an den Armeniern. Beispielsweise besaß der Künstler Marc Chagall einen solchen Nansen-Pass.

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Fürst erklärte, die UN-Mitgliedstaaten, die für Erderwärmung und Klima-Migration hauptsächlich verantwortlich seien, sollten denen Heimat geben, „deren Erde verbrennt oder deren Länder fortgespült werden“. Das Schicksal dieser Menschen sei „eine humanitäre Tragödie globalen Ausmaßes und immenser Größenordnung“. Allein für das Vorjahr sei von rund 2,2 Millionen Klimaflüchtlingen auszugehen. Fürst kritisierte eine „allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber diesen Tragödien“.

© Bistum Rottenburg-Stuttgart/KNA/cze