Kindermissionswerk drängt auf mehr Einsatz gegen Kinderarbeit

  • Kinderarbeit - 07.06.2019

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ hat mehr Einsatz gegen ausbeuterische Kinderarbeit gefordert. „Millionen Kinder weltweit müssen jeden Tag mehrere Stunden arbeiten“, erklärte der Präsident des Kindermissionswerks, Prälat Klaus Krämer, am Freitag in Aachen. „Diese Kinder müssen arbeiten, weil ihre Familien arm sind und die Eltern kein gesichertes Einkommen haben.“

Es gelte den Teufelskreis von Armut, fehlender Bildung und Kinderarbeit zu durchbrechen, hieß es. Zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni weise die Organisation unter anderem mit drei Videospots auf Missstände hin. In zahlreichen Staaten kämen die Regierungen ihren Verpflichtungen zum Schutz der Kinder im Kampf gegen Ausbeutung nicht hinreichend nach. Deswegen unterstütze das Missionswerk auch die in Österreich gestartete Kampagne „Kinderarbeit stoppen!“.

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Sie schuften in Steinbrüchen und auf Plantagen, werden in Privathaushalten wie Sklaven gehalten oder verkaufen ihre Körper. Kinderarbeit gefährdet nicht nur Gesundheit und Sicherheit, sie hinterlässt auch tiefe Wunden an Körper und Seele.


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Der Experte des Kindermissionswerks Benjamin Pütter forderte mehr Engagement seitens der Politik. „Es braucht schärfere Gesetze“, betonte er. Doch jeder könne seinen Teil leisten: „Wir alle sind aufgefordert, beim Kauf von Produkten, die aus ausbeuterischer, gesundheitsschädigender Kinderarbeit stammen könnten, auf glaubwürdige Siegel zu achten.“

Die Lage für Kinder hat sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten nach Einschätzung von „Save the Children“ weltweit verbessert. Seit 2000 ist die Zahl der Jungen und Mädchen in Kinderarbeit um rund 280 Millionen gesunken. Derzeit müssen laut Unicef rund 152 Millionen Kinder arbeiten.

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