Christen in Indien protestieren gegen Wahl am Gründonnerstag

  • Bedrängte Christen - 14.03.2019

Die katholischen Bischöfe des indischen Bundesstaates Tamil Nadu protestieren gegen den Gründonnerstag als Termin der Parlamentswahl. Dieser Wahltermin sei für „Christen ungeeignet“, schrieb der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Tamil Nadu, Erzbischof Antony Pappusamy, an die Wahlkommission, wie indische Medien am Donnerstag berichten.

Die Kommission solle den Termin verlegen, forderte der Erzbischof von Madurai. Indien wählt zwischen dem 11. April und 19. Mai in sieben Etappen ein neues Parlament. Im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu soll am 18. April, in diesem Jahr Gründonnerstag, gewählt werden. Jeweils rund sechs Prozent der 72 Millionen Einwohner des Bundesstaates sind Christen und Muslime, während die Mehrheit der Bevölkerung dem Hinduismus angehört.

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Indien steht nach Ansicht des katholischen Priesters und Menschenrechtlers Ajaya Kumar Singh an einem Scheideweg. Noch sieht der indische Aktivist die Chance, dass die größte Demokratie der Welt zu ihren pluralistischen und säkularen Wurzeln zurückfindet. Doch die Gewalt gegen Christen und andere Minderheiten nehme zu – und verlaufe noch immer entlang des indischen Kastensystems.


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Unterdessen protestieren die Christen des Unionsterritoriums Dadra und Nagar Haveli gegen die Abschaffung des Karfreitags als Feiertag. Sie hätten der Verwaltung des Territoriums den 19. März als Ultimatum zur Rücknahme dieser Entscheidung gesetzt, wie die Tageszeitung „Indian Express“ berichtete.

Die Region zwischen den Bundesstaaten Gujarat und Maharashtra war von 1780 bis 1954 ein Teil Portugiesisch-Indiens. Seit 1961 bildet das Gebiet ein Unionsterritorium, das direkt von der hindu-nationalistischen Zentralregierung Indiens verwaltet wird. Mit einem Bevölkerungsanteil von 1,5 Prozent sind Christen eine sehr kleine Minderheit der rund 340.000 Einwohner in Dadra und Nagar Haveli.

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