Kirchen in Indien und Pakistan rufen zu Dialog auf

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  • Friedensarbeit - 28.02.2019

Die katholischen Kirchen in Indien und Pakistan haben angesichts der jüngsten Gewalteskalation zum Dialog aufgerufen. „Wir beten und arbeiten für den Frieden zwischen Indien und Pakistan und appellieren an die Regierenden, den Weg des Dialogs zu wählen“, sagte Kardinal Oswald Gracias, Erzbischof von Mumbai und Vorsitzender der Indischen Bischofskonferenz (CBCI), nach einem Bericht des vatikanischen Pressedienstes Fides.

„Die derzeitige Situation ist sehr heikel und wir dürfen keine falschen oder voreiligen Schritte machen“, so der Kardinal weiter. „Wir verurteilen jede Art von Terrorismus gegen die indischen Streitkräfte, aber wir sagen auch ‚Nein‘ zu jeder Kriegsoption.“ Die Verantwortlichen müssten auf eine friedliche Lösung hinarbeiten.

Unterdessen erklärte die Nationale Justitia-et-Pax-Kommission (NCJP) der pakistanischen Bischöfe: „Wir dürfen angesichts der Schwierigkeiten nicht aufgeben, sondern müssen nach Möglichkeiten suchen, um einen Krieg zu vermeiden, der immer schmerzhafte und schwerwiegende Konsequenzen für alle verursacht.“

Indien - 12.12.2018

Indiens hindu-nationalistische Regierungspartei BJP steht vor dem Machtverlust in drei wichtigen Bundesstaaten und damit vor der schwersten Wahlniederlage seit 2014.

 


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Der Präsident der Kommission, Erzbischof Joseph Arshad, würdige eine Zurückhaltung der pakistanischen Regierung auf die indischen Luftangriffe: „Die Weigerung, sich an einem Krieg zu beteiligen, hat internationale Unterstützung und Anerkennung erlangt. Der Premierminister Imran Khan und der Oberbefehlshaber, General Asif Ghafoor, haben die indische Regierung wiederholt zur Lösung aller Streitigkeiten durch den Dialog aufgefordert.“ Für die Lösung des Konflikts sei nicht zuletzt die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft notwendig.

In der Nacht zum Dienstag flog Indiens Luftwaffe zum ersten Mal seit Jahrzehnten einen Angriff auf pakistanisches Gebiet. Pakistan schoss daraufhin zwei indische Kampfflugzeuge ab. Mitte Februar hatte es im indischen Teil Kashmirs einen Terroranschlag auf einen Militärkonvoi mit rund 40 Toten gegeben, den pakistanische Terroristen für sich reklamierten.

Die indische Regierung um Präsident Narendra Modi befindet sich derzeit im Wahlkampf; im Mai finden Parlamentswahlen statt. Bei Regionalwahlen im Dezember erlebte Modis hindu-nationalistische Partei BJP die größte Wahlniederlage seit ihrem Erdrutschsieg 2014 und verlor drei wichtige Bundesstaaten. Von den jüngsten Militärangriffen könnte Modi Beobachtern zufolge politisch profitieren.

© Fides/cze