Netzwerk: H&M zahlt noch immer keine fairen Löhne

  • Fairer Handel - 23.11.2018

Die Modefirma H&M zahlt noch immer keine fairen Löhne. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der Kampagne für Saubere Kleidung. Das Netzwerk ruft deshalb zu einer bundesweiten Aktionswoche unter dem Motto „Turn Around, H&M!“ auf, die an diesem Freitag beginnt.

„H&M hat im November 2013 große mediale Aufmerksamkeit für sein Versprechen erhalten, bis 2018 Existenzlöhne bei seinen Vorzugslieferanten zu zahlen“, so die Kampagne. Tatsächlich betrage das Nettoeinkommen eines H&M-Zulieferers im EU-Mitgliedsland Bulgarien mit umgerechnet 98 Euro im Monat nicht einmal die Hälfte des gesetzlichen Mindestlohns von 204 Euro.

Beschäftigte des schwedischen Modeunternehmens berichteten über Armutslöhne, tiefgreifende Verstöße gegen Arbeitsgesetze und Menschenrechte. „Die Löhne sind so niedrig, dass wir ohne Überstunden nicht einmal unsere Grundbedürfnisse decken könnten”, wird eine indische Arbeiterin zitiert. Auch aus Italien hat ein Beschäftigter der H&M-Logistikfirma Stradella einen Brief geschrieben: „Meine Schicht beginnt um 4:30 Uhr und wir wissen nicht, wann wir nach Hause gehen können. Manchmal arbeiteten wir 4 Stunden, manchmal 12“, schreibt der Arbeiter, der es vorzieht, anonym zu bleiben.

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„Das Business-Modell von H&M und anderen Fast Fashion-Marken basiert auf der Ausbeutung der Beschäftigten auf verschiedenen Ebenen ihrer Lieferketten“, betont Deborah Lucchetti von der italienischen Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign).

Über 135.000 Menschen haben in einer Petition ihre Solidarität mit den Beschäftigten bezeugt. Zu den Mitgliedsorganisationen der Kampagne für Saubere Kleidung gehören unter anderen der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB), sowie der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB).

© Kampagne für Saubere Kleidung/cze