Tausende getötete Indigenen-Anführer in Kolumbien

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  • Indigene Völker - 10.08.2018

In Kolumbien hat der nationale Indigenenverband ONIC der Sonderjustiz zur Aufarbeitung des Bürgerkriegs einen Bericht über indigene Opfer übergeben. Zwischen 1926 und 2017 wurden demnach fast 3.000 indigene Anführer ermordet und rund 220.000 Indigene mit Gewalt aus ihren Territorien vertrieben.

Der Bürgerkrieg in Kolumbien forderte nach offiziellen Angaben in 60 Jahren mehr als 260.000 Tote. Laut einem jüngst veröffentlichten Bericht des „Nationalen Zentrums der historischen Erinnerung“ sind rechte paramilitärische Gruppen für rund 95.000 Todesopfer verantwortlich; linke Guerillaorganisationen haben demnach knapp 36.000 Tote zu verantworten. Für 10.000 Tote trügen staatliche Kräfte die Verantwortung; ungeklärt sei die Schuld am gewaltsamen Tod von rund 36.000 Menschen zwischen 1958 und 2018. Hinzu kommen den Angaben zufolge Morde mehrerer kleinerer Gruppen.

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In diesem Dossier werden die Glaubens- und Lebenswelt ausgewählter indigener Völker vorgestellt.


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Kolumbien hatte sich nach vierjährigen Verhandlungen Ende 2016 mit der größten Guerilla-Organisation FARC auf ein Friedensabkommen verständigt. Inzwischen ist die FARC eine politische Partei. Für seine Bemühungen zur Beendigung des bewaffneten Konflikts in Kolumbien erhielt der ehemalige Präsident Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis. Derzeit laufen Friedensgespräche mit der zweitgrößten Rebellengruppe, der marxistischen ELN-Guerilla.

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