Nach US-Militärschlag

Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat: Angst in Venezuela ist groß

Essen  ‐ In Venezuela leben die Menschen in Angst. Das hat nicht nur mit dem Militärschlag der USA am Wochenende zu tun, sagt der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat.

Erstellt: 05.01.2026
Aktualisiert: 06.01.2026
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Nach dem Militärschlag der USA und der Inhaftierung von Staatschef Nicolás Maduro ist die Lage in Venezuela weiter angespannt. „Die Menschen haben Angst“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Martin Maier, am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Essen. „Niemand traut sich, auf der Straße offen zu sprechen, schon gar keine Kritik am Regime zu äußern.“

Dort führten nach wie vor die sogenannten Colectivos, die Schlägertrupps der weiterhin regierenden Administration, Kontrollen durch, sagte Maier. „Die Menschen befürchten, dass die Repression noch weiter steigt, und ihre Situation noch dramatischer wird. Deswegen kam es bereits zu Hamsterkäufen.“

Ob es an der Grenze zum Nachbarland Kolumbien zu neuen Migrationsbewegungen komme, sei bislang unklar, sagte der Adveniat-Hauptgeschäftsführer. „Natürlich kann die Angst vor Repression durch das nach wie vor regierende Regime oder vor weiteren Angriffen der USA dazu führen, dass noch mehr Menschen das Land verlassen.“ Man dürfe jedoch nicht vergessen, dass bereits mehr als acht Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner infolge der schweren Staats- und Wirtschaftskrise nach dem Amtsantritt von Maduro geflohen seien. „Wer also die Möglichkeiten hatte, ist nicht mehr im Land.“

Adveniat gelingt es nach Maiers Angaben weiter, den Menschen in dem südamerikanischen Land zu helfen. Als Lateinamerika-Hilfswerk der Kirche arbeite Adveniat direkt mit den kirchlichen Institutionen und den Pfarrgemeinden in Venezuela zusammen. Das sei auch schon in den vergangenen Jahren von großem Vorteil gewesen.

KNA

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