Nach Rückzug russischer Streitkräfte

Ukrainische Kirchen feiern Befreiung von Cherson

Seit März war die Stadt Cherson im Süden der Ukraine in der Hand der russischen Streitkräfte. Gestern verkündete die ukrainische Regierung die Rückeroberung. Die griechisch-katholische Kirche der Ukraine zeigte sich erfreut.

Erstellt: 14.11.2022
Aktualisiert: 14.11.2022
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Die eigenständige („autokephale“) orthodoxe und die mit Rom verbundene griechisch-katholische Kirche der Ukraine feiern den Einzug der Landesarmee in Cherson. Aus der Gebietshauptstadt im Süden der Ukraine hatten sich zuvor die russischen Streitkräfte zurückgezogen, die sie seit März besetzten. „Die ganze Ukraine freut sich gemeinsam mit den Einwohnern von Cherson“, schrieb das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine, Metropolit Epiphanius, am Freitag via Twitter.

„Die blau-gelbe Fahne des Friedens, der Würde und der Freiheit weht wieder über dieser unzerstörbaren Stadt“, so der Geistliche weiter. Er danke Gott und den ukrainischen Landesverteidigern „für jede Ortschaft und jede Stadt, die von den russischen Invasoren befreit wurde“.

Der griechisch-katholische Großerzbischof von Kiew, Swjatoslaw Schewtschuk, sagte in seiner täglichen Videobotschaft, der Tag werde „wahrscheinlich dank der mutigen und siegreichen Schritte der ukrainischen Armee in Richtung Cherson in die Geschichte eingehen“. Die ganze Region Cherson warte auf den „Tag der Freiheit, an dem sie die mörderische Hand des russischen Aggressors abwerfen kann“.

Schewtschuk warf den russischen Truppen vor, sich an der Zivilbevölkerung zu rächen. Sie beraubten und misshandelten wehrlose Frauen, Kinder und Senioren. Die russische Armee habe die Gebietshauptstadt Mykolajiw angegriffen und ein Wohnhaus getroffen. Laut ukrainischen Angaben wurden dort sieben Menschen getötet und weitere verletzt.

Die Mehrheit der Ukrainer ist orthodox; sie gehören aber zwei verschiedenen orthodoxen Konfessionen an: der Ende 2018 gegründeten „Orthodoxen Kirche der Ukraine“ und der „Ukrainischen Orthodoxen Kirche“, die sich im Mai vom Moskauer Patriarchat lossagte. Griechisch-katholisch („mit Rom uniert“) sind knapp zehn Prozent der Ukrainer.

KNA