Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 17.12.2021

Pandemie weltweit ‐ In Togo lehnen Kirchen eine Test- und Impfpflicht ab, Indonesien verbietet öffentliche Weihnachtsfeiern und Papst Franziskus beobachtet, dass das Coronavirus die Welt für immer verändert. Die Corona-Kurzmeldungen im Dezember.

Erstellt: 17.12.2021
Aktualisiert: 29.04.2024
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In Togo lehnen Kirchen eine Test- und Impfpflicht ab, Indonesien verbietet öffentliche Weihnachtsfeiern und Papst Franziskus beobachtet, wie das Coronavirus die Welt für immer verändert. Die Corona-Kurzmeldungen im Dezember.

Übersicht

Indonesien: Öffentliche Weihnachtsfeiern wegen Omikron verboten - Spannungen in Südsulawesi Spanien: 50. deutsche Weihnachtsmesse auf Mallorca coronabedingt abgesagt Vatikan: Coronavirus hat Welt für immer verändert, sagt Papst Franziskus Philippinen: Armut durch Corona erstmals wieder gestiegen Italien: Verschärfte Covid-19-Regeln - Impfpflicht für Lehrer Deutschland: Bundesweite Sternsingeraktion findet trotz Corona-Pandemie statt Schweiz: Kirchen: Verdanken Pandemie einen Perspektivwechsel Polen: Verschärfte Corona-Auflagen für Gotteshäuser Togo: Kirchen lehnen Test- und Impfpflicht ab Kroatien: Gemeinsamer Impfappell von Kirche und Regierung WHO: Corona sorgt für Rückschlag im Kampf gegen Malaria Myanmar: Putsch und Corona - ein Land stürzt in die Armut Niederlande: Keine abendlichen Weihnachtsmessen Taize: Silvestertreffen in Turin nur online - Treffen im Juli Jordanien: Ausweisung ungeimpfter Arbeitsmigranten geplant

Indonesien verbietet öffentliche Weihnachtsfeiern wegen Omikron

Indonesien hat große öffentliche Weihnachtsfeiern verboten und die Kirchen aufgefordert, bei Gottesdiensten strengere Covid-Schutzmaßnahmen umzusetzen. Damit reagierte die Regierung in Jakarta auf die erste offiziell gemeldete Corona-Infektion mit der Omikron-Mutation. Wiku Adisasmito, Covid-19-Sprecher der Regierung, sagte dem asiatischen Pressedienst Ucanews (Freitag), zur Vermeidung eines vollständigen Verbots von Weihnachtsgottesdiensten sollten die Kirchen Komitees zur strikten Umsetzung der Maßnahmen einsetzen.

Die katholische Kirche wie auch die protestantischen Kirchen versicherten demnach, sich an die Vorschriften zu halten. Laut den Schutzbestimmungen dürfen Kirchen nur die Hälfte ihrer Sitzplätze besetzen. Öffentliche Veranstaltungen wie Weihnachtskonzerte oder -feiern in Shopping Malls sind verboten.

Unterdessen sorgt das Verbot von öffentlichen Weihnachtsgrüßen in Südsulawesi für Spannungen im mehrheitlich islamischen Indonesien. Die Religionsbehörde der Provinz hatte die zu Wochenbeginn erteilte Erlaubnis für Kirchen, mit Bannern oder Neonschriftzügen „Merry Christmas“ zu wünschen, auf Druck islamischer Hardliner widerrufen. Die Gegner beriefen sich auf eine 1981 vom höchsten islamischen Gremium Indonesiens erlassene Fatwa (Richtspruch) zum Verbot des Wunsches „Frohe Weihnachten“.

Das Setara-Institut für Demokratie und Frieden in Jakarta verurteilte die Rücknahme der „Merry Christmas“-Erlaubnis als behördliches „Einknicken“. „Sie haben der Intoleranz nachgegeben“, statt Vielfalt zu wahren und religiöse Harmonie zu fördern, sagte der Vizevorsitzende der Setara-Menschenrechtsgruppe, Bonar Tigor Naipospos, laut Ucanews.

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50. deutsche Weihnachtsmesse auf Mallorca coronabedingt abgesagt

Die 50. Auflage des deutschen ökumenischen Weihnachtsgottesdienstes in der Kathedrale von Palma de Mallorca ist aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden. Während sich die deutschsprachige evangelische Gemeinde stark für die Christvesper eingesetzt habe, sei der katholische Pfarrer Andreas Falow schon länger skeptisch gewesen, wie die Mallorca-Zeitung berichtet. „Die Zahlen diktieren das Vorgehen“, sagte Falow der Zeitung. „Es wird in diesem Jahr kein Kathedralen-Gottesdienst stattfinden.“

Zur besseren Aufteilung der Gottesdienstbesucher habe man nun mehrere Alternativtermine benannt, so der Pfarrer. Der evangelische Pfarrer Holmfried Braun bedauerte die Absage. Auch seine Gemeinde organisierte unterdessen Weihnachtsgottesdienste in anderen Kirchen.

Seit 1971 richten die evangelische und die katholische Gemeinde deutscher Sprache gemeinsam die ökumenische Feier aus. Nach einer pandemiebedingten Pause im vergangenen Jahr hätte die Christvesper diesmal ihr 50-Jahr-Jubiläum feiern können.

Der spanische Weihnachtsgottesdienst findet hingegen wie gewohnt in der Kathedrale an Heiligabend um 23 Uhr statt, so die Mallorca-Zeitung. Ebenso begingen vor wenigen Tagen die Schweden ihr traditionelles Luciafest in dem Gotteshaus. Vor voll besetzten Reihen feierten demnach 140 Mädchen und Jungen der schwedischen Schule das Lichterfest zu Ehren der schwedischen Nationalheiligen mit kerzengekrönten Lucia-Darstellerinnen und vorweihnachtlichen Gesängen.

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Papst: Coronavirus hat Welt für immer verändert

Das Coronavirus hat nach Ansicht von Papst Franziskus die Welt für immer verändert. „Aller medizinischen und technologischen Fortschritte der vergangenen Jahre zum Trotz hat etwas mikroskopisch Kleines – ein scheinbar unbedeutendes Teilchen – für immer unsere Welt verändert, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht“, sagte das Kirchenoberhaupt am Freitag bei der Einführung neuer Botschafter beim Vatikan. Das Virus habe die Welt weiter fest im Griff. Es verursache Leid und Schmerz, ganz zu schweigen von den vielen verlorenen Menschenleben.

Es sei seine große Hoffnung, dass die internationale Gemeinschaft infolge dieser Erfahrungen zu mehr Verständnis komme, „dass wir alle eine Menschenfamilie sind“. Jeder sei verantwortlich für seine Brüder und Schwestern, niemand ausgeschlossen. Zudem brauche es auf institutioneller Ebene noch mehr Schritte hin zu einer „Kultur des Dialogs“, forderte Franziskus.

Die internationale Gemeinschaft müsse alles daran setzen, die Impfung gegen Covid-19 schnellstmöglich weltweit verfügbar zu machen. „Das ist keine Frage von Anstand oder Höflichkeit, sondern von Gerechtigkeit.“ Das Kirchenoberhaupt sprach vor den neuen Botschaftern beim Heiligen Stuhl für Moldawien, Kirgistan, Namibia, Lesotho, Luxemburg, Tschad und Guinea-Bissau.

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Armut auf den Philippinen durch Corona erstmals wieder gestiegen

Bedingt durch die Corona-Pandemie hat die Armutsrate auf den Philippinen erstmals seit fast zehn Jahren wieder zugenommen. Im ersten Halbjahr 2021 stieg die Quote von 21,1 Prozent im Vergleichszeitraum 2018 auf 23,7 Prozent, wie aus einem am Freitag vorgestellten Bericht der Regierung hervorgeht. Die Pandemie habe „Fortschritte bei der Armutsbekämpfung vorübergehend gestoppt“, erklärte der Minister für sozioökonomische Planung, Karl Kendrick Chua.

Die seit 2012 geführte Armutsstatistik wird alle drei Jahre veröffentlicht. Mit 7,8 Prozent hat laut dem aktuellen Bericht die Hauptstadt Manila die geringste Armutsrate; die autonome Region Bangsamoro auf der mehrheitlich muslimischen Insel Mindanao ist mit 45,8 Prozent die ärmste Region.

Die Bank der philippinischen Inseln (BPI) hält eine schnelle Rückkehr zur erfolgreichen Armutsbekämpfung für möglich, wenn bei der Präsidenten- und Parlamentswahl im Mai 2022 „die richtigen Leute und Parteien“ gewählt werden. „Politik ist das große Risiko. Wenn wir die falschen Leute wählen, könnte jahrzehntelange harte Arbeit sehr schnell den Bach runtergehen“, sagte BPI-Volkswirt Jun Neri philippinischen Medien.

Laut aktuellen Umfragen liegt derzeit Ferdinand Marcos Jr. als Präsidentenkandidat zusammen mit Sara Duterte-Carpio als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft weit vor den Mitbewerbern. Sowohl die Familie des ehemaligen Diktators Ferdinand Marcos Sr. als auch die Regierung des amtierenden Präsidenten Rodrigo Duterte, Vater von Sara Duterte-Carpio, wurden immer wieder mit Korruptionsfällen in Verbindung gebracht.

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Italien verschärft Covid-19-Regeln – Impfpflicht für Lehrer

Italien verschärft sukzessive seine Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie. Ab Mittwoch soll etwa eine Impfpflicht für Lehrer, Erzieher, Militär, Polizisten, Rettungskräfte sowie Mitarbeiter der Gesundheitsverwaltung greifen, wie italienische Medien (Dienstag) übereinstimmend berichten. Für Gesundheitspersonal gilt bereits eine Impfpflicht. Diese werde um eine Pflicht zur Drittimpfung („boostern“) ergänzt. Impfverweigerer würden demnach ohne Gehaltsfortzahlung vom Dienst suspendiert.

Seit vergangener Woche gilt zudem in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens in Italien der sogenannte „Super Green Pass“, der den deutschen 2G-Regeln entspricht. Damit dürfen nur Geimpfte oder Genesene in Restaurants und zu Veranstaltungen gehen. Auch wurde der Gesundheitsnotstand bis Ende März verlängert.

Die Corona-Lage ist in Italien derzeit entspannter als in anderen europäischen Ländern. Auch dort steigen die Inzidenzen, aber moderat. Am Dienstag wurden rund 12.700 neue Infektionen gemeldet.

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Bundesweite Sternsingeraktion findet trotz Corona-Pandemie statt

Die bundesweite Aktion Dreikönigssingen wird im Januar zu zweiten Mal unter Corona-Bedingungen stattfinden. Die Sternsinger wollten den Segen zu den Menschen bringen und Spenden für notleidende Kinder sammeln, teilten die Träger der Aktion, das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), am Donnerstag in Aachen und Düsseldorf mit. Die Ausgestaltung der Aktion werde sich aber von Ort zu Ort unterscheiden.

„Die Kinder freuen sich schon auf eine sichere und kreative Sternsingeraktion 2022, die wir alle zusammen wieder mit Optimismus, Energie und Engagement angehen“, sagte der Präsident des Kindermissionswerks, Dirk Bingener. Außerdem könne im zweiten Jahr der Pandemie die Hilfe der Sternsinger nicht dringlicher sein, so der Pfarrer.

Die Gesundheit der Kinder, Begleiter und der besuchten Menschen hat laut Angaben der Veranstalter oberste Priorität. In den Pfarreien werde vor Ort unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Regeln entschieden, ob die Aktion mit den üblichen Haustürbesuchen oder in anderen Aktionsformaten umgesetzt werde. „Dabei ist die Situation dynamisch und braucht von uns allen große Flexibilität“, sagte Bingener.

Die 64. Aktion Dreikönigssingen steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“ und macht damit auf die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika aufmerksam. Die Aktion Dreikönigssingen hat sich seit ihrem Start 1959 zur weltgrößten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mit den Spenden fördert sie weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration.

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Schweizer Kirchen: Verdanken Pandemie einen Perspektivwechsel

Die drei Schweizer Landeskirchen rufen zu einer bewussten Vorbereitung auf das Weihnachtsfest in der Pandemie auf. Durch die Corona-Zeit habe es einen Perspektivwechsel gegeben, der im Advent einen besseren Weg zu Gott ermöglichen könne, heißt es in der am Montag auf Youtube veröffentlichten Videobotschaft der katholischen, evangelisch-reformierten und christkatholischen Kirche der Schweiz.

Gerade die Demut sei eine gute Einstellung, um in der aktuellen Situation handlungsfähig zu sein, betonte der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, der Basler Bischof Felix Gmür. Heute sei in verschiedenen Bereichen vieles nicht mehr selbstverständlich. Dazu gehörten die Freizeit, Reisen, Kultur und Handel. Gmür rief dazu auf, Gemeinschaft zu pflegen und sich dafür Zeit zu nehmen. Auch jene, die wegen der Corona-Pandemie in eine finanzielle Notlage gerieten, dürften nicht außer Acht gelassen werden. Ausdrücklich dankte der Bischof dem Pflegepersonal.

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Polen verschärft Corona-Auflagen für Gotteshäuser

Wegen der hohen Zahl an Corona-Toten und -Infektionen schränkt Polens Regierung auch den Zugang zu Gotteshäusern stärker ein als bisher. Ab 15. Dezember wird die erlaubte Kapazität auf 30 Prozent beschränkt, wie die Regierung (Dienstag) über ihr Portal gov.pl mitteilte. Vollständig Geimpfte sollen demnach allerdings nicht mitgezählt werden, sofern ihr Impfnachweis überprüft wurde.

Bislang durfte in Kirchen und anderen Religionsstätten maximal jeder zweiter Platz besetzt werden. Vollständig Geimpfte mussten dabei schon bisher nicht mitgezählt werden. In Polen werden seit einiger Zeit meist deutlich mehr Corona-Todesfälle pro Tag registriert als in Deutschland, das mehr als doppelt so viele Einwohner hat. Am Dienstag meldete das Gesundheitsministerium in Warschau 504 Tote binnen 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie starben demnach insgesamt 86.205 Menschen an oder mit Corona.

Zum 1. März will die nationalkonservative Regierung eine Impfpflicht für Mediziner, Lehrkräfte, Polizisten und Soldaten einführen. Für diese Berufsgruppen sei dann eine vollständige Impfung gegen Corona Voraussetzung für ihre Arbeit, sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski laut polnischen Medien.

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Kirchen in Togo lehnen Test- und Impfpflicht ab

Die katholischen Bischöfe sowie Vertreter weiterer Kirchen in Togo haben sich gegen verpflichtende Corona-Tests oder Impfnachweise für Gottesdienstbesucher ausgesprochen. Diese Maßnahmen will die Regierung bis Freitag einführen, um die Pandemie einzudämmen, wie der Radiosender „Radio France Internationale“ (RFI) am Dienstag berichtet.

Die Kirche habe ihre Ablehnung zur Einschränkung von Gottesdienstbesuchen deutlich zum Ausdruck gebracht, so der Bischof von Kpalime und Präsident der Bischofskonferenz, Benoit Alowonou. Vertreter von Freikirchen betonen zudem, dass es ähnliche Einschränkungen auch nicht für den Besuch von Restaurants, Bars, Märkten und Beerdigungen gebe. Auch würden sich die Maßnahmen bei den Freitagsgebeten kaum umsetzen lassen. Viele Muslime würden gemeinsam auf der Straße beten.

Nach Informationen des Zentrums für Seuchenkontrolle der Afrikanischen Union hat es in Togo bisher gut 26.000 bestätigte Corona-Fälle gegeben. Knapp 4,7 Prozent der 8,3 Millionen Einwohner sind komplett geimpft.

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Gemeinsamer Impfappell von Kirche und Regierung in Kroatien

In Kroatien haben Regierung und katholische Kirche die Bevölkerung gemeinsam zur Corona-Impfung und zur Einhaltung der Pandemie-Schutzmaßnahmen aufgerufen. Aus Sorge um Menschen und Gesellschaft appelliere man an alle Bürger und Gläubigen, einen Beitrag zur Bewältigung der gesundheitlichen und sozialen Krise zu leisten, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Regierungschef Andrej Plenkovic und den Mitgliedern des Ständigen Rats der Kroatischen Bischofskonferenz nach einem Treffen am Montag in Zagreb.

Vorrangig sei dabei die Bereitschaft, sich impfen zu lassen sowie sich verantwortungsvoll zu verhalten und die epidemiologischen Vorschriften zum Schutz von Gesundheit und Leben der Menschen einzuhalten.

Bischöfe und Regierung fordern darüber hinaus dazu auf, die Testpflicht für Ungeimpfte und Genesene als Mittel zur Verringerung des Infektionsrisikos zu akzeptieren. Gleiches gelte für die „Angemessenheit“ der Covid-Zertifikate als Nachweis für Impfung, Genesung oder Test. „Nur durch die Kombination der verfügbaren Maßnahmen, die einzeln nicht ausreichen, können wir die Ausbreitung der Epidemie effizient verhindern“, heißt es in der Erklärung.

Vergangene Woche hatte Kardinal Josip Bozanic unter Verweis auf Papst Franziskus die Corona-Impfung als „Akt der Nächstenliebe“ bezeichnet. Doch müsse die Entscheidung zur Impfung freiwillig sein, sagte der Zagreber Erzbischof der katholischen Zeitung „Glas Koncila“. Die Kirche wolle zwischen Impfbefürwortern und -gegnern vermitteln und so einen Beitrag zur Einheit der Gesellschaft leisten, fügte Bozanic hinzu.

Nur etwa die Hälfte der Kroaten ist demnach vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das Land liegt damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Die Regierung verstärkte zuletzt ihre Bemühungen zur Erhöhung der Impfrate. Am Montag wurden erstmals zwei Fälle der Omikron-Variante bestätigt.

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WHO: Corona sorgt für Rückschlag im Kampf gegen Malaria

Der Kampf gegen Malaria hat durch die Corona-Pandemie einen herben Rückschlag erlitten. Im Jahr 2020 starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 627.000 Menschen an der von Stechmücken übertragenen Krankheit, 69.000 mehr als im Vorjahr; zwei Drittel der zusätzlichen Sterbefälle seien auf pandemiebedingte Beeinträchtigungen bei Vorbeugung, Diagnose und Therapie zurückzuführen. Wie aus dem am Montag in Genf veröffentlichten Welt-Malaria-Bericht hervorgeht, lag die Zahl der Erkrankungen bei 241 Millionen, ein Plus von 14 Millionen. Erstmals seit 20 Jahren sei Sterbehäufigkeit gestiegen.

Weiterhin trage das südliche Afrika die größte Last mit etwa 95 Prozent aller Malariafälle weltweit und 96 Prozent der Toten. 80 Prozent von ihnen seien Kinder unter fünf Jahren, hieß es in dem Bericht.

WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus sagte, schon vor der Corona-Krise sei die Erfolgskurve bei der Malaria-Bekämpfung abgeflacht. Dank eines harten Einsatzes der Gesundheitssysteme in den betroffenen Ländern seien die schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten. Jetzt gelte es mit der gleichen Energie die Verluste wettzumachen. Ein wichtiges Mittel dabei sei ein neuartiger Malaria-Impfstoff besonders für Kinder. Ghebreyesus hatte anlässlich der offiziellen Empfehlung des Vakzins RTS,S Anfang Oktober von einem „historischen Tag“ gesprochen.

Sowohl bei der Inzidenz von Malaria-Infektionen als auch bei der Sterblichkeitsrate liegt die globale Kampagne gegen die Krankheit laut WHO deutlich hinter dem für 2020 gesteckten Ziel. Um wie geplant bis 2030 eine 90-prozentige Minderung der Inzidenz und der Todesfälle zu erreichen, brauche es eine Verdreifachung der Finanzmittel von zuletzt 3,3 Milliarden US-Dollar (2,9 Milliarden Euro) pro Jahr auf 10,3 Milliarden Dollar (9,1 Milliarden Euro).

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Putsch und Corona – Myanmar stürzt in die Armut

In Myanmar stürzen immer mehr Menschen in Armut. Wegen der Pandemie und der bewaffneten Konflikte nach dem Militärputsch im Februar werde voraussichtlich fast die Hälfte der mehr als 54 Millionen Einwohner des Landes Anfang 2022 unter dem Existenzminimum leben, berichtet das unabhängige Nachrichtenportal „The Irrawaddy“ am Donnerstag. Der Bericht bezieht sich auf Zahlen des Entwicklungshilfeprogramms der Vereinten Nationen (UNDP).

In den Städten werde sich die Zahl der Armen bis Anfang 2022 verdreifachen, heißt es demnach in dem aktuellen Bericht „Auswirkungen der Doppelkrise auf das Wohlergehen der Menschen in Myanmar“ des UNDP. Die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte bei Wirtschaftswachstum und Armutsbekämpfung würden zunichte gemacht und die Armut auf das Niveau von 2005 zurückfallen.

„Als direkte Folge davon wird erwartet, dass die Zahl der Armut in stärker urbanisierten Staaten und Regionen wie Yangon und Mandalay ansteigt. Es wird erwartet, dass die Armut auch in den traditionell ärmsten Teilen Myanmars (Chin und Rakhine) zunehmen wird, wodurch mehr als zwei Drittel der dort lebenden Menschen arm werden“, zitierte Irrawaddy aus dem Report.

Neben den wirtschaftlichen Folgen durch die Pandemie leidet Myanmar unter andauernden Kämpfen zwischen bewaffneten Milizen ethnischer Minderheiten und dem Militär.

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Keine abendlichen Weihnachtsmessen in den Niederlanden

Die katholische Kirche in den Niederlanden untersagt ab sofort Gottesdienste nach 17.00 Uhr. Das gilt auch für die Christmetten und Krippenfeiern zu Weihnachten, wie die Zeitung „Nederlands Dagblad“ (Mittwoch) berichtet. Die Kirche dürfe keine „Quelle von Ansteckung“ sein, erklärte die Bischofskonferenz. Bereits im Vorjahr waren die traditionellen Mitternachtsmessen pandemiebedingt abgesagt worden.

„So wie es für Maria und Josef in den Tagen der Geburt Jesu Schwierigkeiten gab, ist der Weg zu Weihnachten in diesem Jahr für viele nicht einfach“, schreiben die Bischöfe. „Dennoch möge das Licht Christi, der uns in dieser Welt als Erlöser geschenkt wurde, leuchten.“

Weiter appellieren sie an die Pfarreien, sich bereits jetzt auf die Lage vorzubereiten und die Möglichkeiten von Weihnachtsfeiern vor 17.00 Uhr voll auszuschöpfen. Das gelte auch für die sogenannten Weihnachtsoktav in den acht Tagen nach Heiligabend.

Die bischöfliche Anordnung umfasst Gottesdienste sowie andere kirchliche Zusammenkünfte wie Katechese- und Gemeinderatssitzungen. Es tritt ab sofort in Kraft, so dass am bevorstehenden zweiten Adventswochenende am Samstagabend keine Gottesdienste stattfinden können. Diese Vorabendmessen müssten nun vorgezogen werden, „so dass sie um 17.00 Uhr enden“, so die Bischöfe.

Ebenso beschlossen sie angesichts der Pandemielage eine Verlängerung aller Corona-Maßnahmen wie auch die 1,50-Meter-Abstandsregel. Gegebenenfalls müssten die Gemeinden ein Reservierungssystem für den Gottesdienstbesuch einrichten.

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Taize-Silvestertreffen in Turin nur online – Treffen im Juli

Das traditionelle europäische Taize-Jugendtreffen kann wegen der erneuten Einschränkungen durch die Corona-Pandemie doch nur online und nicht vor Ort in Turin stattfinden. Das teilte die ökumenische Gemeinschaft am Sonntag in Taize mit. Für Juli laden dann die Kirchen von Turin alle Jugendlichen aus Europa zu einem „Pilgerweg des Vertrauens“ ein.

Vom 28. Dezember bis 1. Januar 2022 finden demnach Online-Übertragungen aus Turin statt mit einigen Brüdern der Gemeinschaft und Jugendlichen aus der Region. Vom 7. bis 10. Juli würden dann alle Besucher in Familien und Kirchengemeinden der Region Turin untergebracht und kämen zu gemeinsamen Gebeten, Gesprächen und Workshops zusammen. Das Treffen in der norditalienischen Stadt wird damit schon zum zweiten Mal nach Silvester 2020 verschoben.

Seit ihrer Gründung vor gut 80 Jahren hat sich die ökumenische Gemeinschaft von Taize zu einem spirituellen Zentrum für Jugendliche und Familien in ganz Europa entwickelt. Sie steht für eine Aussöhnung zwischen den Konfessionen, für europäische Verständigung und einen einfachen Lebenswandel.

Der Bruderschaft im kleinen Ort Taize in Burgund gehören rund 100 Männer aus etwa 25 Ländern aus der katholischen und verschiedenen evangelischen Kirchen an. Seit 1978 finden neben den dauerhaft in Burgund angebotenen Begegnungen jährliche Großveranstaltungen in europäischen Städten statt. Geleitet wird die Gemeinschaft von dem deutschen Katholiken Frere Alois (67). Der schwäbische Katholik ist Nachfolger des Schweizer Gründers Frere Roger (Schutz, 1915-2005).

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Jordanien plant Ausweisung ungeimpfter Arbeitsmigranten

Ausländischen Arbeitern in Jordanien, die nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, drohen strikte Maßnahmen einschließlich der Ausweisung. Die Frist für den Erhalt der Impfung ende am 15. Dezember, berichtet die staatliche jordanische Nachrichtenagentur Petra am Mittwoch unter Berufung auf das jordanische Außenministerium. Das Ministerium begründete den Schritt laut Bericht mit dem Schutz der öffentlichen Gesundheit. Ausländische Arbeiter haben den Angaben zufolge freien Zugang zu Impfungen, ohne ihre Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigungen vorlegen zu müssen.

 

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