Sicherheitskonferenz in München: Religionen laden zu Friedensgebet ein

  • München - 02.02.2022

Vom 18. bis zum 20. Februar 2022 findet in der bayerischen Landeshauptstadt die 58. Münchner Sicherheitskonferenz statt. Menschen aus zahlreichen Ländern treffen sich im Hotel Bayerischer Hof und tauschen sich über Konflikte und Kriege aus. Glaubensgemeinschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft kritisieren seit langem den Fokus der Konferenz auf militärisches Sicherheitsdenken. Die Erzdiözese München und Freising lädt daher zusammen mit Kirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in München (ACK), geistlichen Gemeinschaften, Hilfswerken und Friedensbewegungen am Rande der Sicherheitszone um den Veranstaltungsort zum Friedensgebet ein.

„Unsere Welt ist in Gefahr. Traditionelle Gewissheiten zerfallen, Bedrohungen und Verwundbarkeiten nehmen zu und die regelbasierte Ordnung wird zunehmend angegriffen. Der Bedarf an Dialog war noch nie so groß wie heute." Diese Worte des ehemaligen Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger machen die aktuell angespannte sicherheitspolitischen Lage in vielen Regionen der Erde deutlich, die sich im Schatten der Corona Pandemie oftmals noch zugespitzt hat.

Mit einem Friedensgebet werde man daher die Teilnehmenden der MSC mit ihrer hohen Verantwortung in Politik und Wirtschaft ebenso im Gebet begleiten wie auch die Menschen, die in Konfliktregionen und unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen, erzählt Sebastian Bugl, Leiter der Abteilung Weltkirche des Erzbischöflichen Ordinariats. „Dabei erbitten wir auch den Frieden in uns selbst, damit wir selbst zu Friedensbotschafterinnen und Friedensbotschaftern werden.“

Unter Beteiligung von Kirchen der ACK München, Hilfswerken, Orden, geistlichen Gemeinden und Friedensbewegungen werden am Freitag (18.) und Samstag (19.) Gebete für den Frieden gestaltet. Einen Ort des Gebets, die Unterkirche des Bürgersaals, beschreibt Bugl dabei als besonders eindrücklich: „Die Spannung der Lage genau zwischen Sicherheitszone und der Konsummeile mit lautstarken Gegendemonstrationen wird da plötzlich spürbar. Der Ort macht auch wegen des Bezugs zur Geschichte von Pater Rupert Mayer viel Sinn.“

Die Abteilung Weltkirche hatte das Friedensgebet im Jahr 2020 anlässlich des gemeinsamen Jahresthemas Frieden der katholischen Hilfswerke initiiert und zusammen mit den Abteilungen Stadtpastoral und Geistliche Gemeinschaften durchgeführt. Im Jahr 2022 ist die Beteiligung noch deutlich vielfältiger gestaltet. Neben anderen Konfessionen werden sich auch Gemeinderabbiner Shmuel Aharon Brodman und Imam Belmin Behic an der Aktion beteiligen. Imam Mehić wird in seiner Predigt zum Thema Sicherheit und Frieden sprechen, Gemeinderabbiner Brodman im gemeindeinternen Schabbat-Gottesdienst in der Hauptsynagoge der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern für den Frieden beten.

Auch die Christophorus-Kapelle am Münchner Flughafen, wo die internationalen Gäste der Sicherheitskonferenz auf dem Weg zum Bayerischen Hof ankommen, wird zum Schauplatz des Gebets für den Frieden. Der Flughafen selbst ist ein Ort hoher Sicherheitsvorkehrungen, Arbeitsplatz von tausenden Menschen verschiedener Nationalitäten, Schauplatz vieler persönlicher Schicksale und  Verbindung zur Welt. Daher wird dort ein eigener Bereich eingerichtet, mit der Möglichkeit der Reflexion, des Gebets – und um selbst ein Friedenslicht zu entzünden.

Friedensgebet

Wir beten für die Teilnehmenden der Münchner
Sicherheitskonferenz, hochrangige Entscheidungsträger*
innen und Meinungsführer*innen aus aller Welt,
dass sie den Frieden durch Dialog fördern.

Wir erbitten den Beistand Gottes für die Menschen,
die in den Krisenherden dieser Welt unverschuldet
großes Leid ertragen müssen.

Segne uns, Gott, damit wir selbst den Frieden leben
und zu echten Partner*innen für unsere Nächsten werden.

Text: Sebastian Bugl (Erzdiözese München und Freising)

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