Renovabis-Pfingstaktion nimmt Schöpfungsverantwortung in Blick

  • Solidaritätsaktion - 07.05.2021

Unter dem Motto „DU erneuerst das Angesicht der Erde“ steht die diesjährige Pfingstaktion des katholischen Osteuropahilfswerks Renovabis. Zu dessen Auftakt überträgt das ZDF am 9. Mai ab 9.30 Uhr coronabedingt den Festgottesdienst mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick nicht wie geplant aus Bamberg, sondern aus der Bensheimer Heilig-Kreuz-Kirche. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz steht der Messe mit Renovabis-Hauptgeschäftsführer Christian Hartl vor.

Bei der digitalen Pressekonferenz am Donnerstag rief Schick dazu auf, sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Man müsse ob der aktuellen Lage „unruhig werden“: Jedes Kind sehe doch, wenn es in Deutschland, Polen, der Ukraine, bis nach Litauen oder Armenien in einen Wald ginge, dass die Erde nicht so schön sei, wie sie sein könne. „Da gibt es verdorrte Bäume, da gibt es Wälder, die am Absterben sind, der viele Müll, der da herumliegt: Das Angesicht der Erde ist verunstaltet; und die Erde soll doch schön sein. Sie soll erneuert werden – und wir können dazu ganz viel beitragen", erklärte der Erzbischof. Dabei helfe es aber nicht, nur zu lamentieren und alles schlecht hinzustellen. Richtig sei zwar, dass mehr getan werden müsse, aber nur wer die Schöpfung liebe und für sie dankbar sei, bewahre sie letztlich auch.

Der Erzbischof des polnischen Katowice, Wiktor Skworc, betonte, die Kirche sei in Sachen Ökologie keine passive Beobachterin, sondern sie bemühe sich anhand der päpstlichen Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ für die Probleme zu sensibilisieren.

Pfarrer Witold Kania, Mitglied der Delegation des Heiligen Stuhls beim Weltklimagipfel 2018 in Katowice, ergänzte, dass im Kommunismus unter Missachtung von Mensch und Natur viele Regionen Mitteleuropas in den Zustand der ökologischen Katastrophe geführt worden seien. In Oberschlesien habe vor allem die Bergbauindustrie sichtbare Spuren hinterlassen wie vergiftetes Wasser. Ganze Landwirtschafts- und Waldflächen hätten gelitten. Die schmerzhaftesten Auswirkungen beträfen die Gesundheit der Bewohner. Als historisch sei die im April getroffene Vereinbarung zu bezeichnen, dass bis 2049 ein schrittweises Auslaufen des Steinkohlebergbaus erfolgen soll.

Ein gerechter Übergang, der im Namen des Schutzes unseres Planeten erfolgen solle, werde aber ungerecht sein, „wenn er unsere Region und andere ähnliche Regionen Mittel- und Osteuropas am Rande der Zivilisation belässt“, berichtet Pfarrer Kania weiter. Dabei lassen sich auch in Polen positive Entwicklungen feststellen: So wurde an einem Tag im vergangenen April erstmals 15% des nationalen Strombedafs durch Solarenergie gedeckt.

Bewahrung der Schöpfung als soziale Aufgabe

Renovabis-Geschäftsführer Markus Ingenlath sagte, das Hilfswerk unterstütze seit Jahren Umwelterziehungs- und -bildungsprojekte seiner Partner in Osteuropa. Dabei müsse immer der ganzheitliche Ansatz gesehen werden. Denn die Bewahrung der Schöpfung sei letztlich eine soziale Aufgabe. In den meisten der 29 Renovabis-Partnerländer gebe es allerdings nur wenig Fortschritte im Bereich des Umweltschutzes, was Ingenlath unter anderem darauf zurückführt, dass wie vor 30 Jahren fossile Brennstoffe und Kernenergie die Basis der Energieversorgung bilden: „In den Gesellschaften wirkt das Erbe der kommunistischen Vergangenheit nach, in der Energie stark subventioniert und dadurch scheinbar ‚kostenlos' war."

Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Das Hilfswerk mit Sitz in Freising unterstützt nach eigenen Angaben Projekte zur Erneuerung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebns in den ehemals kommunistischen Ländern. 2020 konnte Renovabis knapp 25 Millionen Euro bewilligen und damit 578 Projekte in den Partnerländern fördern.

„DU erneuerst das Angesicht der Erde – Ost und West in gemeinsamer Verantwortung für die Schöpfung“ ist das Thema der diesjährigen Solidaritätsaktion.


Zum Dossier

© KNA / weltkirche.de