Gründer der salvatorianischen Gemeinschaften wird seliggesprochen

Pater Franziskus Jordan, Gründer der salvatorianischen Gemeinschaften. Bild: Raúl Berzosa / Generalat der Salvatorianer, Rom
  • Vatikan - 06.05.2021

Mitte des Monats findet in Rom die Seligsprechung von Pater Franziskus Jordan statt. Der vor fast 103 Jahren verstorbene Ordensmann hat neben dem Aufbau eines Männer- und eines Frauenordens auch den Impuls zur Gründung einer Laiengemeinschaft gegeben, die heute in vielen Ländern der Welt präsent ist.

Eigentlich wären am 15. Mai 2021 zahlreiche Salvatorianerinnen und Salvatorianer aus aller Welt nach Rom gereist, um in der Lateranbasilika und dem Petersdom der Seligsprechung des gebürtigen Badeners beizuwohnen. Aufgrund der Corona-Pandemie muss die Feier nun aber in kleinerem Kreis stattfinden – und ins Internet ausweichen.

Schwester Klara-Maria Breher SDS empfindet es als „traurig, dass man nicht in Rom ein großes Fest feiern kann". Bestimmt würden sich aber im beginnenden Pater-Jordan-Dankjahr doch noch Möglichkeiten dazu ergeben, berichtet die Provinzleiterin der Salvatorianerinnen auf Anfrage des Internetportals Weltkirche. Erste Aktivitäten sind bereits geplant: In Freiburg und am Geburtsort des Ordensgründers soll gefeiert werden.

Dabei hat auch die Verlegung der nun anstehenden Festakte ins Internet durchaus Vorteile, wie es in einer Mitteilung der Gemeinschaften heißt. Denn durch Übertragungen im Internet können nun weltweit noch mehr Menschen teilhaben – beispielsweise auch in Brasilien, wo 2014 ein Wunder geschah, dessen Prüfung und Anerkennung durch die Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen im Vatikan die Seligsprechung erst ermöglichte.

„Selige und Heilige machen uns Mut"

Eine Seligsprechung, auch Beatifikation genannt, ist in der römisch-katholischen Kirche ein kirchenrechtliches Verfahren, bei dessen Abschluss der Papst nach entsprechender Prüfung erklärt, dass ein Verstorbener als Seliger bezeichnet werden und als solcher öffentlich verehrt werden darf. Für Salvatorianer-Pater Josef Wonisch sind Selige und Heilige wichtig für die Kirche. „Selige und Heilige machen uns Mut, dass auch wir uns auf die Botschaft und den Weg Jesu einlassen." Sie errinerten uns uns daran, dass Anspruch und Zusage der Seligpreisungen auch hier und heute gälten, nicht erst im Jenseits, betont Pater Wonisch, der Provinzial in Österreich und Rumänien ist. 

Pater Jordan wurde am 16. Juni 1848 als Johann Baptist Jordan in Gurtweil im Südschwarzwald nahe der Grenze zur Schweiz geboren. Nach seiner Priesterweihe 1878 verbrachte er mehrere Jahre in Rom, wo in ihm der Entschluss wuchs, einen Orden zu Gründen, der sich der Mission, der Lehre, sowie der Laienarbeit verschreiben sollte. Die daraus entstehenden Apostolischen Gemeinschaften, ab 1893 offiziell Salvatorianer und Salvatorianerinnen, erhielten 1911 noch zu seinen Lebzeiten die definitive päpstliche Approbation.

Nach Ausbruch des ersten Weltkriegs musste die Leitung des Ordens in die neutrale Schweiz verlegt werden. Das Kriegsende erlebte Pater Jordan nicht mehr, er starb am 8. September 1918 in Tafers bei Fribourg. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurde schließlich auch seine Idee der Laienarbeit wieder aufgegriffen. Daraus entstanden die heute in vielen Ländern aktiven salvatorianischen Laiengemeinschaften.

Die Feierlichkeiten im Livestream

Verschiedene Kanäle übertragen am 15. Mai 2021 die Feierlichkeiten live aus Rom. Dabei geht es um den Ritus der Seligsprechung  aus der Lateranbasilika (15. Mai um 10:30 MEZ), sowie den Dankgottesdienst für den neuen Seligen Pater Franziskus Jordan aus dem Petersdom (15. Mai um 15:00 Uhr MEZ).

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