Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 23.04.20201

  • Pandemie weltweit - 23.04.2021

Indien wird von einer massiven zweiten Corona-Welle überrollt, Peru verzeichnet die höchste Übersterblichkeit weltweit und der Papst der Kopten fordert zu den anstehenden Osterfeiertagen die Einhaltung von Pandemie-Regeln. Der Überblick.

Massive zweite Corona-Welle überrollt Indien

Mit 314.835 Neuinfektionen hat Indien am Donnerstag den weltweit höchsten Anstieg von Corona-Fällen binnen eines Tages gemeldet. Einen weltweiten Höchstwert erreichte auch die Zahl der Todesfälle mit 2.104 Corona-Toten binnen eines Tages, wie indische Medien (Donnerstag) berichteten.

Die dramatische zweite Infektionswelle bringe das Gesundheitssystem an den Rand des Zusammenbruchs. Besonders betroffen seien der Westen und Norden Indiens sowie die Hauptstadt Neu Delhi. Die meisten Krankenhäuser seien total belegt, die Versorgung der Patienten mit Beatmungsgeräten nicht mehr gewährleistet.

Experten rechnen laut dem Nachrichtenportal „Times of India“ auf Basis mathematischer Modellrechnungen des Infektionsgeschehens für Mitte Mai mit dem Höhepunkt der zweiten Corona-Welle. Dann könnte die Zahl der aktiven Corona-Fälle zwischen 330.000 und 350.000 liegen.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Indien knapp 16 Millionen Corona-Infektionen registriert. 13,5 Millionen Infizierte gelten als genesen; 185.000 Inder starben an der Viruserkrankung. Zehn Prozent der 1,3 Milliarden Inder haben die erste Dosis eines Impfstoffs erhalten. Vollständig geimpft sind nach offiziellen Angaben 18 Millionen.

Als Ursache für die zweite Welle sehen Wissenschaftler die Virusmutation B.1.617. Diese „indische Variante“ ist laut Experten eine Kombination der kalifornischen, brasilianischen, britischen und südafrikanischen Mutation. B.1.617 ist bislang in 21 Ländern verzeichnet. Ob sie mit einem höheren Ansteckungsrisiko verbunden ist oder sogar zu schwereren Verläufen von COVID-19 führt, ist noch nicht bekannt.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) führt B.1.617 bislang nicht als besorgniserregende Virusvariante; sie sei bislang in Deutschland erst 21-mal festgestellt worden und stehe „unter Beobachtung“, hieß es in einem RKI-Bericht vom Mittwoch.

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Kopten-Papst fordert zu Ostern Einhaltung von Pandemie-Regeln

Der koptisch-orthodoxe Papst Tawadros II. hat vor Beginn der orthodoxen Heiligen Woche vor steigenden Corona-Infektionszahlen gewarnt. Er rief die Gläubigen auf, die gegenwärtige Infektionswelle und die Schutzmaßnahmen ernst zu nehmen. „Bitte verpflichtet euch auf die 25-Prozent-Auslastung in den Kirchen“, sagte er laut der Zeitung „Al-Ahram“ (Donnerstag) in einer Predigt.

Vergangene Woche hatten 17 koptisch-orthodoxe Bistümer in Ägypten angekündigt, die Feiern zur Heiligen Woche und Ostern einzuschränken. Eine weitere Diözese verzichtet auf alle Gottesdienste. Zehn Klöster teilten mit, für die Kar- und Ostertage zu schließen.

In den orthodoxen Kirchen beginnt die Heilige Woche in diesem Jahr mit den Feiern zum Palmsonntag am 25. April. Die orthodoxen Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. Sie führen ihre Anfänge auf den Evangelisten Markus zurück. Angaben über Mitgliederzahlen der altorientalischen Kirche schwanken zwischen 8 und 12 Millionen unter den rund 100 Millionen Einwohnern Ägyptens.

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Seit dem ersten Auftreten im November 2019 hat sich das Virus Sars-Cov-2 weltweit ausgebreitet. In vielen Ländern ist das Gesundheitssystem zusammengebrochen, Bemühungen im Kampf gegen Hunger und für Menschenrechte wurden um Jahrzehnte zurückgeworfen. Der Überblick.


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Wegen Corona ein Viertel weniger Taufen in Tschechien

Im vergangenen Jahr sind in Tschechien deutlich weniger katholische Taufen gespendet worden. Die jetzt veröffentlichte Kirchenstatistik der Tschechischen Bischofskonferenz verzeichnet für 2020 rund 14.600 Taufen, ein Viertel weniger als im langjährigen Durchschnitt, wie es am Freitag hieß. Als Grund gelten die Einschränkungen infolge der Corona-Schutzmaßnahmen.

Am stärksten war der Rückgang demnach bei Taufen von Kleinkindern. Das Verhältnis von Kinder- zu Erwachsenentaufen blieb mit 11.300 zu 3.300 zwar annähernd gleich, der Anteil der Täuflinge im ersten Lebensjahr sank jedoch deutlich auf 83,7 Prozent aller Taufen. Als ein Hintergrund gilt, dass Eltern zur Taufe ihrer Kinder gern ein Familienfest veranstalten und die Tauffeier daher verschoben haben.

Es sei „sehr traurig, dass die Menschen auf die Taufe warten müssen“, sagte der Generalsekretär der Tschechischen Bischofskonferenz, Stanislav Pribyl. Schließlich sei die Taufe „ein Sakrament und für das Neugeborene eine Gnade, die es fürs Leben braucht und die man daher nicht zu lang aufschieben sollte“. Die Kirche bemühe sich, die Priester und Familien in ihren Bemühungen um einen Empfang des Sakraments auch unter den aktuellen Bedingungen zu unterstützen.

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Papst ruft zu Gebetsmarathon gegen Pandemie auf

Der Papst ruft einen neuen Gebetsmarathon für ein Ende der Corona-Pandemie ins Leben. Dazu sind im gesamten Monat Mai vor allem Wallfahrtsorte weltweit aufgefordert, Rosenkranzgebete zu dem Anliegen anzubieten, wie der Päpstliche Rat für Neuevangelisierung am Mittwoch mitteilte. Täglich soll einer von 30 dieser Orte das Gebet der gesamten Kirche anleiten; die Andacht soll jeweils über Vatikan-Medien übertragen werden.

Franziskus selbst will am 1. Mai den Gebetsmarathon eröffnen und ihn am 31. Mai beschließen. Das Motto der Initiative, „Die Gemeinde aber betete inständig für ihn zu Gott", ist dem Buch der Apostelgeschichte entnommen.

Der von Benedikt XVI. 2010 gegründete Rat für Neuevangelisierung soll sich um neue Impulse für die Glaubensverbreitung und -stärkung vor allem in der westlichen Welt kümmern. Bei dem von Erzbischof Rino Fisichella geleiteten Rat ist auch die Betreuung und Koordination der Aktivitäten von Wallfahrtsorten angesiedelt.

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Brasiliens katholische Kirche verschärft Kritik an der Regierung

In Brasilien ist die Corona-Pandemie außer Kontrolle geraten – doch statt sich der Krise zu stellen, ignoriert und leugnet Präsident Bolsonaro sie weiterhin. Auch die katholische Kirche übt daran deutliche Kritik.

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Peru hat höchste Übersterblichkeit weltweit – große Not

Kliniken sind überfüllt, Menschen stehen die ganze Nacht Schlange, um noch Sauerstoff für ihre Angehörigen zu bekommen: Peru kämpft mit einem starken Anstieg von Covid-19-Infektionen. Das Land hat nun die höchste Übersterblichkeit weltweit durch das Virus, wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Dienstag) in Berlin mitteilte.

Die Infektionszahlen in Peru sind demnach relativ zur Bevölkerung ähnlich hoch wie in Deutschland. Allerdings seien die Folgen aufgrund des schwächeren Gesundheitssystems viel gravierender. Ärzte und Pflegepersonal arbeiteten in Peru über dem Limit. Zugleich seien erst drei Prozent der 33 Millionen Einwohner geimpft. In Huacho nördlich der Hauptstadt Lima hat Ärzte ohne Grenzen nach eigenen Angaben zur Unterstützung des regionalen Krankenhauses zusätzliche Behandlungskapazitäten für 50 Patienten geschaffen.

In Peru ist mittlerweile auch die brasilianische Variante des Virus verbreitet. Insgesamt waren bislang 1,7 Millionen Peruaner infiziert; 57.000 sind gestorben.

Seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr hatten Vertreter der Kirche immer wieder auf die schwierige Gesundheitsversorgung in Peru hingewiesen. Insbesondere die Knappheit an Sauerstoff für die Beatmung von Patienten ist demnach ein Dauerthema. Viele Sauerstoff-Produzenten schlügen mit Wucherpreisen aus der Notlage sogar Profit, beklagte etwa der Comboni-Missionar Pater Juan Goicochea Calderon.

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Protest - 09.05.2021

Während Nichtregierungsorganisationen schwere Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien dokumentieren, will die angeschlagene Regierung mit einem Nationalen Dialog den Generalstreik beenden. Der Ausgang der Krise ist offen.

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